Germany

Feuerwehrleute kämpfen bis zur Erschöpfung

Nach Angaben der Feuerwehr handelt es sich um einen der größten Waldbrände der letzten 20 Jahre im Raum Aschaffenburg: Feuerwehrleute kämpften am Donnerstag mitten im Wald zwischen der B 26 und der durch das Stockstädter Waldschwimmbad verlaufenden Bahnlinie gegen das Feuer , manchmal bis zur Erschöpfung . „Es ist brutal heiß“, sagte Armin Lerch, Sprecher der Feuerwehr Stockstadt, im Gespräch mit unserer Redaktion. Doch nicht nur das Wetter und die mit dem Brand einhergehende Hitze stellten ein Problem dar: Die Feuerwehr musste zunächst den Brandherd lokalisieren.

Waldbrand zwischen Stockstadt und Babenhausen

Quelle: Ralph Hetler, Stephanie Renger

Gegen 14.30 Uhr sah der Sportpilot leichte Rauchsäulen aus dem Wald aufsteigen. Er informierte den Rettungsdienst. Die Feuerwehr startet mit einem Feuerwehrauto – nur um schnell festzustellen, dass der Brandherd irgendwo mitten im Busch liegen muss. Wo genau, ist den Feuerwehrleuten nicht klar, die Suche beginnt nun.

Pilot, Polizei und Feuerwehr stehen in ständigem Funkkontakt. Der Pilot leitet die Rettungsdienste. Es gebe keinen Weg zum Brandherd, die Feuerwehr gehe durch das Gebüsch zum Brandort, sagt Lerch. Wertvolle Zeit vergeht. Jetzt haben sich die Flammen ausgebreitet. Feuerwehren aus ganz Aschaffenburg sind in Alarmbereitschaft, Kollegen aus Babenhausen helfen. Immerhin bekämpfen etwa 300 Frauen und Männer auf einer Fläche von etwa 25.000 Quadratmetern das Feuer – die Fläche ist etwa so groß wie dreieinhalb Fußballfelder.

Einsatzkräfte wechseln ständig vor der Feuerwehr. Manche seien unter den gegebenen Bedingungen „in nur einer Stunde komplett erschöpft“, sagt Lerch. Fahrer von rund einem Dutzend Tanklöschfahrzeugen sorgen ständig für Löschwasser. Sie pendeln zwischen Waldrand, Babenhausen oder Großostheim hin und her. In den Dörfern füllen sie ihre leeren Wassertanks immer wieder auf. Das Wasser gelangt dann durch hunderte Meter lange Schläuche zu den Rettungsdiensten.

Waldbrand Stockstadt

Foto: Ralph Hetler 20 Bilder

Entlang der gesperrten B 26 und einiger Waldwege reihen sich Dutzende Feuerwehr- und Einsatzfahrzeuge des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) aneinander. Die Leute vom BRC versorgen die Feuerwehrleute ständig mit Getränken und Essen. Die Löscharbeiten dauerten Stunden. Mit an Drohnen befestigten Wärmebildkameras entdecken Einsatzkräfte immer wieder neue Glutnester. Mit Hacken pflügen Männer und Frauen den trockenen Sandboden schwer, um versteckte Glutnester zu löschen. Es gibt auch Flammen, die in Sekundenschnelle an den Wipfeln der Bäume fressen. Lerch: „So eine plötzliche Brandausbreitung ist für Einsatzkräfte sehr gefährlich.“ Ein Baum könne in drei Sekunden niedergebrannt sein, „und das ist keine Übertreibung.“ Zum Zeitpunkt der Ausgabe (20.45 Uhr) war das Feuer bereits seit mehreren Stunden eingedämmt, die Löscharbeiten aber noch nicht abgeschlossen. Lerch ist sich sicher, dass die Arbeiten bis spät in die Nacht andauern werden. Und während Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rotem Kreuz mit ihren Einsätzen beschäftigt sind, wird der Verkehr auf Ausweichrouten rund um die gesperrte B 26 eingestellt.

Gegen 18.40 Uhr ereignete sich im Kreisverkehr B 26 / B 496 bei Stockstadt ein Unfall. Ein Krankenwagen und eine Feuerwehr eilten von einem Ort zum anderen – vom Brandort zum Unfallort. Zwei Personen sollen leicht verletzt worden sein, bestätigt wurden diese Informationen jedoch nicht.

Bestätigt wird hingegen etwas anderes: Die Polizei wird laut örtlichen Rettungsdiensten voraussichtlich nicht helfen. Es gibt kaum Streifen, die das tragen können. Grund dafür ist, dass die örtliche Polizei wegen des Großeinsatzes rund um den G-7-Gipfel in Oberbayern ausdünnt. Eine Recherche der Redaktion ergibt zudem, dass die Nachricht vom Großbrand das für solche Großlagen zuständige Pressezentrum der Polizei Unterfranken erst weit nach 19 Uhr erreichte. Fragen wie zum Beispiel, wo der Pilot, der das Feuer entdeckt hat, gestartet ist, können Stunden nach Ausbruch des Feuers nicht beantwortet werden. Die Brandursache ist noch unklar.

UPDATE (21.25 Uhr): Der Pilot, der das Feuer entdeckte, startete auf dem Flugplatz Großostheim-Ringheim. Er war mit einem Flugschüler auf einem Flug.

Thorsten Meier

neuer Kommentar

neue Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Thema

Die Diskussion ist geschlossen.