Auch Schmelzwasser fehlt
Niedriger Wasserstand aufgrund der Hitze
Anhaltende Hitze und Trockenheit führen zu niedrigen Wasserständen, warmen Gewässern und einem erhöhten Waldbrandrisiko. Die Wassertemperaturen im Juni waren deutlich höher als üblich und viele Flüsse sind niedrig.
Gepostet: 13:22 Uhr
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Aktualisiert: 13:41 Uhr
Das gesamte erste Halbjahr war trocken, wie das Bundesamt für Umwelt (BAFU) am Dienstag in einer Bestandsaufnahme mitteilte. Nach dem schneearmen Winter fehlt es auch an Schmelzwasser. Viele kleine und mittelgroße Flüsse waren auf niedrigem Niveau. Von Gletschern gespeiste Flüsse hingegen haben aufgrund zurückweichender Gletscher hohe Wasserstände.
Der Wasserstand im Jura, im Mitteland und im Tessin ist derzeit unterdurchschnittlich. Auch grosse Flüsse wie die Aare und der Rhein führen deutlich weniger Wasser. Der Wasserstand in den Seen liegt in den meisten Fällen bei normalen Werten für die Jahreszeit. Der Wasserstand im Vierwaldstättersee, Valenersee, Bodensee und insbesondere im Langen- und Luganersee ist unterdurchschnittlich.
Temperaturrekorde in Flüssen
Die Flusstemperaturen lagen im Juni über dem Normalwert. Einige Messpunkte verzeichneten Juni-Rekorde und Temperaturen über 26 Grad. Die Temperaturen gingen aufgrund von Gewittern am Ende des Monats etwas zurück, bleiben aber für die Jahreszeit hoch.
Engpässe in lokalen Grundwasserressourcen
Grundwasser reagiert langsamer auf Trockenheit als Oberflächenwasser. Bundeshydrologen verzeichnen derzeit keine Auswirkungen auf Grundwasserstände und Quellschüttungen. Die Grundwasserstände sind normal oder aufgrund fehlender Niederschläge niedrig.
Die Schweiz verfügt also weiterhin über ausreichende Wasserreserven. 80 Prozent des Trinkwassers stammen aus Grundwasser, der Rest aus Seen. Engpässe sieht das Bafu nur bei kleinen lokalen Vorkommen und Grundwasserquellen. Kommunen rufen dann zum Wassersparen auf. Auch in Zukunft wird es genug Wasser geben.
Gefahr für Wasserorganismen und kleine Säugetiere
Hohe Wassertemperaturen beeinträchtigen Wasserorganismen. Fische leiden unter Stress oder sterben sogar. Außerdem steigt ihr Erkrankungsrisiko. In naturnahen Gewässern, wo Fische tieferes, kühleres Wasser vorfinden, ist das Problem weniger.
Hitze und Trockenheit machen derweil auch Landtieren das Leben schwer. Sie passen sich an, suchen Schatten und sind tagsüber weniger aktiv. Solange es Wasser gibt, keine großen Probleme. Vögel und kleine Säugetiere wie Igel finden jedoch oft kein Wasser. An Orten, an denen sie vor Feinden sicher sind, kann ihnen mit Tränken geholfen werden.
Ein schneearmer Winter beschleunigt den Gletscherrückgang
Weil es im Winter wenig Schnee gab, werden die Gletscher 2022 besonders schnell schmelzen. Größere Gletscher verlieren weniger Masse als kleinere. Laut Bafu ist eine erste Einschätzung des Gletscherschwunds im Oktober möglich. Die endgültige Bewertung erfolgt Ende des Jahres nach Auswertung der glaziologischen Daten.
Hohe Waldbrandgefahr
In einigen Gebieten haben Hitze und Dürre das Risiko von Waldbränden erhöht. Im Juni überschritt Ozon, wie in den Vorjahren, an einigen Orten in der Alpennordseite einige Tage lang die Emissionsgrenzwerte. Besonders schwer war die Belastung in der Südschweiz.
(SDA)
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