- Startseite
- Welt
Erstellt: 26.04.2022, 22:39
Von: Yasina Hip
Trennung
Bei deutschen Männern ist in 22 % der Krebsfälle die Prostata betroffen. © picture alliance / dpa / Axel Heimken
Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Ein Forscherteam entdeckt nun neue Bakterienarten, die bei der Früherkennung helfen könnten.
Norwich – Etwa 22 Prozent Prostatakrebs macht fast ein Viertel aller Krebserkrankungen bei Männern in Deutschland aus. Auch diese Krebsart ist weltweit verbreitet. Etwa 250.000 Männer sterben jedes Jahr an bösartigen Tumoren. Die Wahrscheinlichkeit, an Prostatakrebs zu erkranken, steigt mit dem Alter. Laut Deutscher Krebsstiftung steigt das Risiko auch, wenn es Fälle gegeben hat, vor allem bei Verwandten ersten Grades in der Familie. Zur Früherkennung haben Männer ab 45 Jahren Anspruch auf eine jährliche Tastuntersuchung der Prostata. Diese Untersuchung wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Eine Blutuntersuchung, der sogenannte PSA-Test, wird nicht übernommen, aber empfohlen. Forscher in England haben bereits vier neue Bakterienarten entdeckt, die ebenfalls bei der Früherkennung helfen können.
Prostatakrebs: Eine Studie aus England mit neuen Erkenntnissen
Ein Forscherteam aus Großbritannien hat in der Fachzeitschrift European Urology Oncology eine Studie mit dem Titel „Urinary and prostate microbiomes linked to human prostate cancer risk groups“ veröffentlicht. Die wichtigste Erkenntnis britischer Wissenschaftler: Bakterien im Urin und in der Prostata können als potenzielle Prognosemarker fungieren. In Verbindung mit Daten aus anderen Studien soll dies einen Ausgangspunkt für zukünftige Forschungen zur Rolle von Bakterien bei der Entstehung von Prostatakrebs bieten.
- Studie: Urin- und Prostatamikrobiome werden mit Risikogruppen für menschlichen Prostatakrebs in Verbindung gebracht
- Erscheinungsdatum: 18.04.2022 in European Urology Oncology
- Autoren: Rachel Hearst, Emma Meather, Abraham Gihawi und andere.
- Stichprobe: 215 Patienten
Prostatakrebs: Das Vorhandensein von Prostata-Harn-Kreislauf ist wahrscheinlich bestätigt
In der Studie untersuchte das Forscherteam Urin und Prostatasekret von 215 Patienten, die bereits an Prostatakrebs erkrankt waren. “Das von der Prostata ausgeschiedene Material erscheint im Urin, und der Rückfluss von Urin in die Prostata ist gut dokumentiert, was die Existenz eines Prostata-Harn-Kreislaufs unterstützt”, erklären die Forscher ihren Ansatz. Im nächsten Schritt wurden mittels DNA-Extraktion mehrere Gattungen und Arten von Bakterien identifiziert. Vier davon sind nicht mit bisher bekannten Bakterienarten zu vergleichen. Das Team sagte, dass “große Ansammlungen von Bakterien im Urin auch signifikant mit einem erhöhten Risiko für Prostatakrebs in Verbindung gebracht werden können”. Die Wissenschaftler hoffen aufgrund ihrer Ergebnisse, dass Dr. Rachel Hearst beginnt möglicherweise mit neuen Behandlungsmöglichkeiten.
Add Comment