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Freier Grenzübertritt: Serbien und Kosovo legen Identitätsstreit bei

Bis: 27.08.2022 21:23

Nach Angaben von EU-Außenbeauftragter Borrell ist der Streit zwischen Serbien und dem Kosovo um die Einreisedokumente beigelegt. Alle Bürger sollen nun mit ihrem jeweiligen Personalausweis frei zwischen den beiden Ländern reisen können.

Nach Angaben der EU haben Serbien und Kosovo einen Streit über die Gültigkeit der Ausweisdokumente ihrer Bürger beim Grenzübertritt beigelegt.

“Wir haben eine Einigung”, sagte EU-Außenbeauftragter Josep Borrell. Während des von der EU vermittelten Dialogs erklärte sich Serbien bereit, spezielle Ein- und Ausreisedokumente für Personen mit kosovarischen Pässen abzuschaffen. Das Kosovo versprach seinerseits, solche Dokumente für Personen mit serbischen Pässen nicht einzuführen. Alle Bürger können nun mit ihren jeweiligen Personalausweisen frei zwischen dem Kosovo und Serbien reisen, sagte Borel.

Borrell sprach von einer „europäischen Lösung“. Der spanische Politiker schrieb auch, er gratuliere dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic und dem kosovarischen Premierminister Albin Kurti zu dieser Entscheidung. Auch Kurti antwortete kurz darauf auf Twitter: „Reziprozität muss der Geist grundlegender Entscheidungen sein.“ Von Vucic kam zunächst keine Reaktion.

Widersprüchliche Anmelderegeln

Die umstrittenen Einreisebestimmungen für Serben sollten am 1. September in Kraft treten. Sie sollten ursprünglich am 1. August in Kraft treten. Auf Druck der USA und der EU wurden die Pläne jedoch um einen Monat verschoben. Das Ziel der Kosovo-Regierung war es, Serben, die die Grenze überqueren, so zu behandeln, wie Kosovaren von Serbien behandelt werden.

Seit fast anderthalb Jahrzehnten weigert sich Serbien, die Unabhängigkeitserklärung seiner ehemaligen Provinz Kosovo anzuerkennen. Das muslimische Kosovo erklärte 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien. Deutschland und die Mehrheit der UN-Mitgliedsstaaten erkennen die Republik an. Etwa fünf Prozent der 1,8 Millionen Kosovaren sind Serben.

In der Vergangenheit kam es im Grenzgebiet zu Blockaden und Zusammenstößen zwischen der serbischen Minderheit und Sicherheitskräften. Die EU-Vermittlung zwischen den ehemaligen Kriegsgegnern hat in den letzten Jahren kaum Fortschritte gemacht.