26. Mai 2022 um 19:11 Uhr
Schüler aus dem Gebäude geholt: Festnahmen nach Einsatz von SEK an einer Schule in Dinslaken
7 Bilder Polizeiliche Durchsuchung einer Schule in Dinslaken
Foto: hsd / Heinz Schild
Dinslaken Update Das Ernst-Barlach-Gymnasium in Dinslaken wurde am Mittwoch von Spezialkräften der Polizei durchsucht. Gegen Mittag erhielten die Behörden ein Signal für eine Schusswaffe. Am Abend bestätigte ein Sprecher drei Festnahmen.
Am Ernst-Barlach-Gymnasium in Dinslaken hat es am Mittwoch einen Großeinsatz der Polizei gegeben. Gegen Mittag wurde auf dem Gelände der Schule ein Signal für eine Waffe gegeben, was unserer Redaktion von der Polizei bestätigt wurde. Die Schule wurde bis zum Abend massiv abgeriegelt, etwa 800 Schüler mussten stundenlang unter Bewachung in ihren Klassenzimmern bleiben und konnten das Schulgelände erst gegen 19 Uhr unter Polizeieskorte verlassen.
Die Polizei bezeichnete die Situation als „gefährlich“ und durchsuchte den Raum. Allerdings haben die Behörden Gerüchte, dass es sich um einen Mord gehandelt hat, ausdrücklich dementiert.
Die Polizei sei mit einem Großaufgebot vor Ort gewesen und habe SEK „vorsorglich“ angefordert, teilte die Leiche mit. Die Schüler mussten „aus Sicherheitsgründen“ im Klassenzimmer bleiben, bis die Situation geklärt sei.
Gegen 13.20 Uhr erhielt die Polizei die Information, dass auf dem Gelände des Ernst-Barlach-Gymnasiums eine Schusswaffe gesichtet worden sei. Laut unserer Redaktion wurde sie angeblich im Fahrradkeller der Schule gesichtet. Offenbar wurden dort zwei Schüler vom Fahrradwächter der Schule gesichtet. Anschließend rannten die Schüler davon. Am späten Abend gab die Polizei bekannt, dass bei der Aktion drei Jugendliche festgenommen wurden. Ein Verdächtiger wurde auf der Stelle freigelassen, die beiden anderen befinden sich noch in Haft. Trotz mehrerer Hinweise auf eine Schusswaffe sei diese bei Suchaktionen bislang nicht gefunden worden, hieß es in der Mitteilung.
Kurz nach dem Vorfall informierte Richard Pennings, Vorsitzender des Kuratoriums, im Auftrag der Schulleitung die Eltern per Whatsapp und versuchte, sie zu beruhigen. Viele seien jedoch aus Sorge zu den Absperrungen rund um die Schule gekommen. “Ich wurde gegen 15 Uhr von meiner Tochter informiert”, sagte beispielsweise Bianca Geritzen. „Ich bin Filialleiter im Einzelhandel, habe meinen Laden nach Rücksprache mit meinem Chef geschlossen und mich überstürzt.“ Die Informationspolitik der Schule sei unterirdisch. „Wir haben Informationen nur von den Kindern oder von anderen Eltern erhalten. Von der Schulleitung haben wir nichts gehört. Wir fühlen uns hier ein bisschen allein.“
Ähnlich äußerte sich Patricia Pearings-Denner, deren Tochter glücklicherweise bereits zu Hause war, als die Schule geschlossen wurde. „Ich bin hier, um meinen Freund und Cousin zu unterstützen“, sagte sie. „Niemand hier kümmert sich ernsthaft um einheimische Eltern. Ich hoffe, das alles wird bald enden.”
Dinslakens Bürgermeisterin Michaela Eislöfel versuchte, zwischen besorgten Eltern und Behörden zu vermitteln. „Hier war alles relativ ruhig“, sagte sie. „Den Kindern geht es gut. Es sind Psychologen und Notfallberater vor Ort. Es gibt auch einen Lieferservice für Speisen und Getränke.” In der Stadt wurde ein Krisenstab gebildet, der in ständigem Kontakt mit dem Landkreis und den Behörden steht.
Hier ist die Fotogalerie: Polizeiliche Durchsuchung einer Schule in Dinslaken
Add Comment