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Gerhard Schröder wehrt sich gegen die Streichung seines Bundestagspostens

Brief aus Deutschland an Helge Braun

Schröder wehrt sich gegen die Streichung seines Postens im Bundestag

Stand: 15.06.2022 | Lesezeit: 2 Minuten

Gerhard Schröder klagt über die Abschaffung seiner Privilegien, will aber nicht unbedingt klagen

Quelle: dpa

Altkanzler Gerhard Schröder will die Abschaffung seiner Privilegien als Altkanzler offenbar nicht hinnehmen. Laut übereinstimmenden Medienberichten haben Schröders Anwälte eine “revidierte” Entscheidung des Haushaltsausschusses beantragt – und um ein Interview gebeten.

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) widersetzt sich laut Medienberichten dem Beschluss des Bundestages, sein Amt und Personal zu kürzen. Schröder dränge nun darauf, berichteten Bild und das Nachrichtenportal The Pioneer am Mittwochabend. Die Medien erreichten ein Schreiben von Schröders Anwalt an den Vorsitzenden des Haushaltsausschusses des Bundestages, Helge Braun (CDU).

Schröder habe „über die Medien“ erfahren, dass sein Amt „beibehalten“ und die dem Dienst zugewiesenen Stellen abgeschafft werden sollen. Stellvertretend für den Mandanten forderten die Anwälte die Kommission auf, ihm „eine anfechtbare und damit anfechtbare Entscheidung“ zuzusenden.

In dem zweiseitigen Schreiben beriefen sich die Anwälte auf einen Bundestagsbeschluss vom 8. November 2012, wonach die Büros des Bundestages Schröder und vier Mitarbeiter „auf Lebenszeit“ seien, heißt es. In Bezug auf Personalstellen beansprucht Schroeder vier Positionen mit den Gehaltsstufen B6, B3, E14 und E8. Nach Kriegsbeginn kritisierten alle vier ehemaligen Funktionäre Schröders mangelnde Distanz zu Wladimir Putin und forderten seine Versetzung.

Regierungsnachrichten

Dass sein Amt nun durch einen Beschluss des Haushaltsausschusses im Mai „behoben“ und Stabsstellen „aufgelöst“ worden seien, sei „illegal und verfassungswidrig“, zitierte Bild aus dem Schreiben. Allerdings will der PSD-Politiker nicht unbedingt vor Gericht klagen.

Ein Gerichtsurteil sei nicht mehr „an vorderster Front“, trotz der ohnehin schon inakzeptablen öffentlichen „Jagd“ auf den Altkanzler. Er werde “glücklich sein, die Chance zu haben, eine für alle Parteien akzeptable Einigung” auf Augenhöhe “durch Diskussionen” zu finden.

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Schröder steht seit Monaten in der Kritik, trotz des Krieges in der Ukraine weiter für russische Energiekonzerne zu arbeiten. Inzwischen ist Schröder von einigen seiner Ämter zurückgetreten. In der PSD ist gegen den Altkanzler ein Parteibefehl anhängig, der zu seinem Parteiausschluss führen könnte.

Mitte Mai stimmte der Haushaltsausschuss der Schließung des Altkanzleramtes zu. Im vergangenen Jahr flossen mehr als 400.000 Euro aus der Staatskasse für Personalkosten in Schröders Büro. Nach der Entscheidung der Kommission hat der Altkanzler weiterhin Anspruch auf Pension und Personenschutz.

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