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Großübung im Tunnel Kaisermühlen mit 100 Einsatzkräften

Im Kaisermühlentunnel auf der Donauuferautobahn (A 22) in Wien wurde im Rahmen einer Großübung über Nacht ein mehrstündiger Einsatz nach einem Busunfall geprobt. „Solche Übungen sind ein absolutes Muss“, sagt Günter Ratey, Leiter Tunnelmanagement bei der Asfinag, über den erfolgreich getesteten Notfall mit 100 beteiligten Einsatzkräften. Ausgangspunkt war ein Unfall, bei dem ein vollbesetzter Bus umkippte.

„Menschen sind eingeklemmt, viele mit schweren Verletzungen. Die nachfolgenden Autofahrer sind geschockt, wollen helfen und lassen ihre Autos stehen“, lautet das Horrorszenario. Neben der Sicherung von Unfallstellen durch Polizei und Asfinag spielt die Feuerwehr bei solchen Einsätzen eine entscheidende Rolle, da sie eingeklemmte Personen aus Fahrzeugen befreien muss.

„Ziele der gestrigen Übung im Tunnel Kaisermühlen waren Suchen, Retten, Bergen und Wiederqueren der Ausfallstraßen“, beschreibt Brandschutzkommandant Christian Feiler von der Berufsfeuerwehr Wien die einzelnen Schritte. Die Überprüfung, ob der Alarmkreis und die Kommunikation untereinander funktionieren, war ein wesentlicher Bestandteil. Die Höhepunkte der Übung waren laut Tunnelbauleiter Rattei und Brandmeister Feiler ein voller Erfolg: „Alle Einsatzkräfte haben hochprofessionell gehandelt und bewiesen, dass sie auch für einen solchen Extremfall gut gerüstet sind.“

Basis der Asfinag-Kommunikation bei Großveranstaltungen seien die Landesverkehrsleitzentralen und die Landeszentrale in Wien-Inzersdorf mit den „Diensthabenden Chefs“, hieß es in einer Aussendung nach der Übung. Darüber hinaus arbeiteten die Tunnelbetriebstechnik und die Verkehrsleitung mit und neben dem Berufsrettungsdienst und der Wiener Feuerwehr sowie dem Landesverkehrsdienst nahmen mehr als 60 freiwillige Komparsen an der Übung teil.

Solche Übungen sind gesetzlich vorgeschrieben und müssen in Tunneln mit einer Länge von mehr als 500 Metern in Abständen von höchstens vier Jahren durchgeführt werden. In diesem Jahr werden 20 Einsatzübungen von der Asfinag geplant, organisiert und geleitet. Der mehr als zwei Kilometer lange Kaisermühlentunnel ist der meistbefahrene Autobahntunnel Österreichs. Mehr als 3.000 Fahrzeuge passieren ihn stündlich. 2018 wurde der Tunnel auf den neusten Stand der Technik gebracht. Der Tunnel Kaisermühlen verfügt seit mehr als 15 Jahren über eine stationäre Streckensteuerung. Seit der Inbetriebnahme im Jahr 2003 seien dort die Unfälle um 50 Prozent zurückgegangen und es habe seitdem keine tödlichen Unfälle mehr gegeben, teilte die Asfinag mit.