Germany

Gruppe D: 5:1 gegen Italien – Frankreich dominierte zur Halbzeit

Stand: 07.10.2022 23:54

Die französische Fußballnationalmannschaft der Frauen untermauerte ihre Ambitionen auf den EM-Titel in England mit einer starken Leistung. Nach einer hektischen ersten Halbzeit führten die „Blues“ gegen Italien bereits 5:0, am Ende blieb es 5:1. Grace Geyoro erzielte drei Tore.

Der erste EM-Einsatz der französischen Nationalmannschaft in der Gruppe D der Vorrunde war eine Demonstration fußballerischer Stärke und ein klares Signal an die Konkurrenz aus England, Spanien, Norwegen, Deutschland, Schweden und den Niederlanden. Die Mannschaft von Bundestrainer Corin Diacre, die aufgrund ihrer starken individuellen Klasse bereits vor Beginn des Turniers als Favorit im Kader galt, zeigte am Sonntag (10.07.22) gegen Italien vor allem vor der Pause eine beeindruckende Leistung. “Wir wollten gut in das Turnier starten und das ist uns gelungen. Hut ab vor meinen Spielern”, sagte Diacre. Abheben werde sie aber nicht: “Es ist noch nichts entschieden.”

Italien muss gegen Belgien und Island reagieren

Die Südeuropäer hingegen, die 1993 und 1997 Vize-Europameister wurden, müssen sich deutlich verbessern, um die nötigen Punkte für das Viertelfinale zu sammeln. Die Gruppenrivalen Belgien und Island trennten sich im direkten Duell 1:1, sodass Italien nach dem ersten Spieltag auf dem letzten Platz lag. „Natürlich haben wir uns den Abend anders vorgestellt, aber wir wussten, dass die Franzosen stark sind. Jetzt konzentrieren wir uns auf die nächsten Spiele“, sagte Trainerin Milena Bertolini.

Frankreich wirkt mit offensivem Pressing

Im New Yorker Stadion in Rotherham starteten die Blues wie im Blaulicht: Die Abwehr wurde schnell und direkt aufgebaut, das aggressive Offensivpressing lähmte zudem das Spiel der Italiener komplett. Ein typisches Beispiel: Als die italienische Torhüterin Laura Giuliani den Ball trat, warteten alle drei Stürmer von Team Tricolor an der Strafraumgrenze darauf, den Ball zu erobern.

Italien, das wegen eines positiven Corona-Tests auf Valentina Cernoia verzichten musste, hatte noch die erste Großchance des Spiels, die Barbara Bonansea (4.) vergab. Danach aber zelebrierten die Franzosen eine Fußballstunde auf dem Feld: Angeführt von den extrem starken Außenverteidigern Kadidiatou Diani auf der rechten Seite und Delphine Cascarino auf der linken Seite zerlegte Frankreich die gegnerische Abwehr regelrecht in Einzelteile.

Immer in Unterzahl: Die Franzosen schlugen immer wieder Italien.

Geyoro erzielte in seinem 50. Länderspiel drei Tore

Die logische Konsequenz: Frankreich verwandelte seine Überlegenheit schnell in (erste) Tore. Grace Geioro nutzte im Strafraum nach Pass von Diani einen Fehler der italienischen Kapitänin Sarah Gama – 1:0 (9.). Drei Minuten später erzielte Top-Stürmerin Maria-Antoinette Catotto das 2:0 (ihr 26. Tor im 31. Länderspiel), ihr Kopfball traf den rechten Pfosten (15.).

Auch nach diesem beruhigenden Zwischenergebnis blieb Frankreich hochkonzentriert und aggressiv, doch die Italiener reagierten überhaupt nicht auf Passivität. Cascarino erzielte mit einem wuchtigen Schuss ins rechte Eck das 3:0 (38.), dann krönte die 25-jährige Geyoro ihr 50. Länderspiel mit zwei weiteren Treffern zum 4:0 und 5:0 (40./45 ‘). Nur vier anderen Spielern ist es in der Geschichte der Europameisterschaft gelungen, in einem Spiel ein Triple zu erzielen. Das Spiel hatte bereits zur Pause „Spieler des Spiels“ – und Italien – eine Demütigung in der Tasche. „Natürlich bin ich mit meiner Leistung zufrieden, aber es war eine Teamleistung. Ich habe die tollen Assists ausgenutzt”, sagte Geyoro nach dem Spiel.

Das italienische Sortiment hat Glück: Nur Gelb statt Rot

Nach der Pause ließen die Franzosen den Italienern etwas mehr Raum, doch das Team von Bundestrainer Bertolini kam lange nicht ernsthaft ins Tor der „Blues“. Große Aufregung herrschte, als Italiens Kapitän Gama nach einem sehr groben Zweikampf am Körper von Geyoro die Rote Karte sah (63.). Schiedsrichterin Rebecca Welch aus dem EM-Gastgeberland änderte nach Sichtung des Videomaterials ihre Meinung und gab Gelb – großes Glück für die Italienerin.

Die eingewechselte Martina Piemonte beendete das Spiel und ließ Frankreichs erfahrene Kapitänin und Innenverteidigerin Wendy Renard in der 76. Minute mit dem Ehrentreffer zum 5:1 ziemlich schlecht aussehen. Das Tor war der Lohn der Italiener für eine bessere Leistung in der zweiten Halbzeit, änderte aber nichts an der dritten Niederlage im dritten EM-Spiel gegen Frankreich.

Sarah Gama (l.) sah nach diesem Foul Rot, durfte danach aber nicht mehr vom Feld.

Frankreich – Italien 5:1 (5:0)

Tore: 1:0 Geyoro (9.), 2:0 Katoto (12.), 3:0 Cascarino (38.), 4:0 Geyoro (40.), 5:0 Geyoro (45.), 5:1 Piemonte (76.) Zuschauer : 8.541 Schiedsrichter: Rebecca Welch (England) Frankreich: Peiro-Magnien – Perisset, Tunkara, Renard, Karachaoui (87. Baltimore) – Gayoro (67. Dali), Bilbo, Toletti – Diani (77. Bacha), Catotto (77. Sar), Cascarino (67. Stockente)

Italien: Giuliani – Bartoli, Gama, Linari, Boatin – Galli (46. Rosucci), Giuliano (46. Simonetti), Caruso (74. Piemont) – Bergamaschi, Girelli (58. Giacinti), Bonansea (81. Di Guglielmo)