Germany

Habecks Osterpaket: Biostrom ist erste Bürgerpflicht

Das „Osterpaket“, das zum Sommerpaket geworden ist, aber dennoch eine ausgereifte Errungenschaft bleibt, enthält viele Dinge, auf die Deutschland lange vergeblich warten musste. Dazu gehört die Abschaffung der EEG-Umlage, der vereinfachte Ausbau von Wind- und Solarenergie, die bessere Einbindung der Kommunen und die Aktivierung der Bundesländer.

Russlands Krieg gegen die Ukraine mit den damit verbundenen energiepolitischen Schäden hat dazu beigetragen, dass die Ampelkoalition das Grundgesetz ihrer Energieagenda in besonderer Weise heiligen konnte. Erneuerbare Energiequellen werden in Zukunft nicht nur von „höherem öffentlichem Interesse“ sein, sondern auch der „öffentlichen Sicherheit“ dienen. Das soll wohl heißen: Der Widerspruch ist zwecklos, Biostrom ist erste Bürgerpflicht.

Robert Habeck hat sein Ziel noch nicht erreicht. Die FDP wehrte sich erfolgreich gegen die Ankündigung, bis 2035 sämtlicher Strom klimaneutral zu produzieren. Im Bundestag wies der Wirtschaftsminister jedoch zu Recht auf die Inkohärenz der Ära Merkel hin und hoffte, dass kaum jemand an seinen zweiten Koalitionspartner, die Sozialdemokraten, denken würde und noch weniger an die vielen grünen Umweltminister in den Bundesländern .

Habek ist jetzt in einem Glashaus

Auch die von der FDP abgeschwächten Ziele hindern Habek nicht daran, im Glashaus zu sitzen. Seine Kritik, klimapolitische Entscheidungen ohne die richtigen Maßnahmen würden Deutschland im Regen stehen lassen, dürfte nun auch die Ampelkoalition einholen.


Die Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien sind gigantisch. Geschwindigkeit, Leistungsbedarf und Grundlast werden sicher noch häufig diskutiert. In den Tiefen der Begründung des Gesetzes heißt es schüchtern, dass es “eine Reihe von Unsicherheiten” gebe.

Eines davon nahm der Bundestag am Abend auf. Kohlekraftwerke werden benötigt, weil Deutschlands Energiepolitik angesichts einer Gaskrise immer schlechter wird. Es wird nicht das letzte Mal sein, dass die deutsche Energiepolitik launisch ist. Dann ist es hoffentlich nicht wieder mit Kohle.

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