Der Sturm. Eine stürmische Front zog in der Nacht zum Montag von Österreich nach Westen. Die Überschwemmungen ließen Tausende von Rettungsdiensten wach.
Wien. Umgestürzte Bäume, Trümmerströme, bedeckte Dächer, kaputte Stromleitungen, Brände und Überschwemmungen in Straßen und Kellern – ein gewaltiger Sturm, der in der Nacht zum Montag von Westen her über Österreich fegte, machte Tausende Feuerwehrleute in Not.
Allein in Oberösterreich wurden fast 800 Einsätze gemeldet, an denen 250 Feuerwehren mit 3.800 Einsatzkräften beteiligt waren. Der Wecker klingelte um Mitternacht, aber am Montag wurde noch viel geputzt. Innviertel mit den Ortsteilen Braunau, Reed u. Innkreis und Schärding, sowie den Ortsteilen Grieskirchen, Wels-Land, Linz-Land, Eferding und Perg.
In Salzburg waren gegen 23 Uhr 1.055 Personen von 43 Feuerwehren für rund 200 Einsätze im Einsatz. Knapp 100 Fälle betrafen nur das Gebiet um Saalfelden und Leogang, daher wurde bald ein Zug aus dem Pinzgau mit neun Fahrzeugen, 74 Personen und Spezialausrüstung dorthin verlegt. Die Feuerwehr musste kleinere Brände löschen, Keller und Tiefgaragen auspumpen und Straßenabschnitte freilegen. Auch umgestürzte Bäume mussten entfernt werden, und es gab Schlammlawinen.
Sowohl in Niederösterreich als auch im Burgenland sorgten starke Regenfälle für Überschwemmungen von Kellern und Garagen. „Glücklicherweise gab es keine größeren Unfälle und die Niederschläge waren nicht so dramatisch wie befürchtet“, sagte Franz Resperger, Sprecher der Feuerwehr Niederösterreich. In Niederösterreich gab es insgesamt 95 Einsätze.
das Gerüst wird umgestürzt
In Vorarlberg wurden am Sonntagnachmittag innerhalb einer Stunde 31 Löscheinsätze registriert, hauptsächlich wegen umgestürzter Äste, überfluteter Straßen und Keller. In Schruns ist auf der Baustelle eines Hotels an der Silvretstraße aufgrund des Unwetters das Gerüst eingestürzt. Zudem wurden die isolierenden Fassadenplatten durch den starken Wind weggeweht. Auch in Tirol waren Einsatzkräfte gefragt, vor allem in Achenthal im Unterland und bei schwerem Hagel im Außerfern. Ein Teil des Blechdaches des Bahnhofsgebäudes Imst/Pitztal wurde eingedeckt. Keiner wurde verletzt. In Kössen im Bezirk Kitzbühel wurde ein Zelt von starken Böen heruntergerissen und stürzte ein. Auch hier gab es keine Verletzten. Wien hat das relativ problemlos verkraftet, größere Schäden oder Überschwemmungen wurden nicht gemeldet.
Vor allem im Nordwesten Österreichs wurden am Dienstag dichte Wolken und Regenschauer gemeldet, die stellenweise auch heftig sein können. Stürme wie am Sonntag- und Montagabend werden noch nirgendwo erwartet. (rot.)
(“Die Presse”, Printausgabe, 7. Juni 2022)
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