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Hausdurchsuchung: „Angriff radikaler linker Demokraten“ – Trump wütend

Aktualisiert9. August 2022, 08:06 Uhr

Hausdurchsuchung: „Angriff radikaler linker Demokraten“ – Trump wütend

Die US-Bundespolizei verschaffte sich Zugang zum Privatclub von Ex-Präsident Donald Trump. Der ehemalige US-Präsident spricht von politischer Verfolgung.

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Besuch der Bundespolizei: Abgesetzter US-Präsident Donald Trump.

REUTERS/Octavio Jones

FBI führt Durchsuchungsbefehl aus: Polizei und Geheimdienstagenten von Palm Beach vor Trumps Mar-A-Lago-Anwesen. (8. August 2022)

Getty Images über AFP/Eva Marie Uzcategui

Die New York Times berichtete, dass die Durchsuchung mit Dokumenten zusammenhängen könnte, die Trump nach dem Ende seiner Präsidentschaft aus dem Weißen Haus in Mar-a-Lago mitgenommen hatte.

Getty Images über AFP/Eva Marie Uzcategui

  • Das FBI durchsuchte die Wohnung des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump.

  • „Sie sind sogar in meinen Safe eingebrochen“, schrieb Trump auf der von ihm gegründeten Online-Plattform Truth Social.

  • Einen Grund für die Durchsuchung nannte die Bundespolizei nicht.

Nach Angaben des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump hat die Bundespolizei FBI sein Anwesen in Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida durchsucht. „Mein schönes Zuhause, Mar-a-Lago in Palm Beach, Florida, wird derzeit von einer großen Gruppe von FBI-Agenten belagert, durchsucht und besetzt“, schrieb Trump am Montagabend auf Truth Social, einem von ihm mitbegründeten Netzwerk. Medienberichten zufolge steht der Prozess im Zusammenhang mit Trumps Umgang mit Akten und Dokumenten aus seiner Zeit im Weißen Haus. Eine Durchsuchung des Eigentums eines ehemaligen Präsidenten ist höchst ungewöhnlich.

„Dieser unangekündigte Angriff auf mein Haus war weder notwendig noch angemessen“, fuhr Trump fort. „Sogar“ seine Kasse war geöffnet. Trump nannte den Prozess „politische Verfolgung“ und einen Angriff „radikaler linker Demokraten“. Er verglich die Durchsuchung mit dem Watergate-Skandal, der den damaligen US-Präsidenten Richard Nixon 1974 zum Rücktritt zwang. Medien berichteten, das FBI habe die Fahndung am Montagabend beendet. Trump soll während des Wahlkampfs nicht zu Hause gewesen sein.

Schwerer Angriff durch Angriff auf das Kapitol

Der ehemalige Präsident geriet kürzlich bei den öffentlichen Anhörungen des Untersuchungsausschusses zum Anschlag auf das Kapitol unter heftigen Beschuss von Zeugen. Demnach wusste Trump, dass die Demonstranten am 6. Januar 2021 bewaffnet waren, und schickte sie bewusst auf das Kapitol. In letzter Zeit mehren sich die Beweise dafür, dass das Justizministerium Trumps eigenes Verhalten im Zusammenhang mit den Präsidentschaftswahlen 2020 und dem Sturm auf das Kapitol untersucht. Fraglich ist, ob Generalstaatsanwalt Merrick Garland strafrechtlich gegen Trump vorgehen kann.

Nun scheint es bei der Hausdurchsuchung von Trump jedoch um etwas anderes zu gehen. Trump wird vorgeworfen, Akten und Dokumente aus seiner Zeit im Weißen Haus zurückgehalten zu haben. Die New York Times-Journalistin Maggie Haberman berichtete sogar, Trump habe während seiner Präsidentschaft Dokumente die Toilette runtergespült. Trump wies das zurück. Am Montag tauchten schließlich Bilder auf, die es bewiesen.

In Florida aufgenommene Dokumente?

Ärger gab es vor allem, weil Trump angeblich Dokumente nach Mar-a-Lago gebracht haben soll, die geheime Informationen der nationalen Sicherheit enthalten sollen. Auch in den USA wird die gesamte Präsidentenkorrespondenz tatsächlich archiviert und für die Nachwelt aufbewahrt. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben. Allerdings soll Trump nach seiner Amtszeit 15 Kisten voller Regierungsdokumente, Erinnerungsstücke, Geschenke und Briefe aus dem Weißen Haus in sein Haus in Florida gebracht haben. Darunter sind laut Medienberichten Briefe des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un und ein Brief von Trumps Vorgänger Barack Obama.

Trump übergab schließlich mehrere Dokumente an die National Archives and Records Administration und bestätigte dies damals. Die Justiz soll jedoch Ermittlungen eingeleitet haben. Eine Durchsuchung des Eigentums eines ehemaligen Präsidenten erfordert die Zustimmung der höchsten Ebene des Justizministeriums. Beamte des Justizministeriums lehnten es ab, sich zu irgendeinem Aspekt des Durchsuchungsbefehls zu äußern, berichtete die New York Times.

Wird Trump wieder kandidieren?

Trump nahm am Montagabend an einer geplanten Veranstaltung mit der ultrakonservativen ehemaligen Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin per Telefon teil. Sie will bei den Kongresswahlen im Herbst in das US-Repräsentantenhaus gewählt werden. „Another day in paradise“ und „It was a strange day“ war laut der Zeitung alles, was Trump zu den Ereignissen sagte. Der Top-Republikaner Kevin McCarthy sagte, er werde eine Untersuchung des Justizministeriums einleiten, wenn die Republikaner bei den Kongresswahlen im Herbst die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewinnen.

Trump hat zuletzt damit geliebäugelt, 2024 erneut für das Präsidentenamt zu kandidieren. Seine Kandidatur hat er allerdings noch nicht angekündigt. Beobachter haben spekuliert, dass Trump aufgrund des Drucks der Untersuchungen des Kapitol-Ausschusses bald eine Kandidatur ankündigen könnte. Die Kandidatur wäre eine Möglichkeit, die Ermittlungen gegen ihn als politisch motiviert abzutun. In seinem Statement beklagte er nun, dass die Demokraten ihn daran hindern wollten, 2024 erneut zu kandidieren.

(DPA/chk)