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Hersteller im Überblick: Wer stellt die Wärmepumpen her?

Stand: 08.09.2022 15:38

In Deutschland werden in den nächsten Jahren Millionen Wärmepumpen installiert. Wer sind die Hersteller auf dem Markt? Und wie können Sie der hohen Nachfrage gerecht werden?

Von Antonia Mannweiler, tagesschau.de

Bis 2030 soll es in Deutschland sechs Millionen Wärmepumpen geben, so das ehrgeizige Ziel des Wirtschaftsministeriums. Laut Bundesverband Wärmepumpen wurden im vergangenen Jahr bundesweit gerade einmal 154.000 Wärmepumpen zum Heizen verkauft – das sind immer noch 28 Prozent mehr als 2020. In diesem Jahr dürften die Zahlen deutlich höher liegen.

Um das Ziel zu erreichen, müssen alle Hersteller ihre Produktionskapazität deutlich erhöhen. Vor nur vier Jahren betrug die Größe des globalen Wärmepumpenmarktes fast 55 Milliarden US-Dollar. Je nach Prognose könnte es bis 2026 auf 95 bis 100 Milliarden Dollar anschwellen.

In Deutschland gibt es derzeit eine Vielzahl von Wärmepumpenherstellern. Zu den bekanntesten und größten gehören Bosch Thermotechnik, Vaillant und Viessmann. Aber es gibt auch viele kleinere und weniger bekannte Unternehmen, die Wärmepumpen herstellen.

Bosch Wärmetechnik

Bosch Thermotechnik ist ein Tochterunternehmen des schwäbischen Giganten Bosch. Die Heizungssparte des Konzerns entstand unter anderem durch die Übernahme von Buderus und Junkers. Bosch Thermotechnik ist heute einer der größten Heizungshersteller in Europa.

Bis Mitte 2050 will die Heizungstochter 300 Millionen Euro in das Wärmepumpengeschäft investieren, 2021 wird das Unternehmen fast fünf Prozent des Umsatzes der gesamten Bosch-Gruppe erwirtschaften. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um 13 Prozent auf erstmals mehr als vier Milliarden Euro. Die Nachfrage nach Wärmepumpen im Produktportfolio stieg um 38 Prozent.

Viessmann

Auch wenn der Heizungsbauer Viessmann aus Nordhessen noch andere Produkte wie Pelletsheizungen anbietet: Der aktuelle Bestseller wird direkt auf der Startseite beworben. „Die smarte Wärmepumpe denkt an die Zukunft“, heißt es. Heute ist Viessmann einer der bekanntesten Heizungshersteller in Deutschland. Das Unternehmen profitiert derzeit stark von der hohen Nachfrage nach Wärmepumpen – in der Vergangenheit war diese beispielsweise aufgrund noch niedrigerer Gaspreise schwächer als in anderen europäischen Ländern.

Das Unternehmen besteht seit über 100 Jahren. Johan Wiesmann, der eigentlich Schlossermeister war, gründete das Unternehmen mit der Entwicklung eines Stahlkessels. Es wird nun in der vierten Generation geführt – von Max Wiseman. Die alten Stahlkessel wurden durch Luft/Wasser-Wärmepumpen ersetzt, deren Nachfrage stieg. Im vergangenen Jahr hat das Familienunternehmen aus Allendorf an der Eder 41 Prozent mehr Wärmepumpen verkauft als 2020. Der Gesamtumsatz stieg von 2,8 auf 3,4 Milliarden Euro.

Auch das Geschäft mit Wärmepumpen boomt; Zu diesem Zweck kündigte das 13.000-Mitarbeiter-Unternehmen kürzlich eine Großinvestition von einer Milliarde Euro in den nächsten drei Jahren an, um in den Ausbau von Wärmepumpen und grünen Klimalösungen zu investieren. Das Unternehmen erzielt mehr als die Hälfte seines Umsatzes außerhalb Deutschlands.

Vaillant

Die Gründung eines weiteren großen deutschen Heizungsherstellers reicht noch weiter zurück: 1874 legte Johann Vaillant den Grundstein für das heutige Heizungsunternehmen, das sich wie Viessmann bis heute in Familienbesitz befindet. Damals wurde das Unternehmen noch als Handwerksbetrieb gegründet – heute beschäftigt es sich hauptsächlich mit der Produktion von Heizungs-, Lüftungs- und Klimageräten. Neben Wärmepumpen bietet das Unternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Remscheid auch Gasheizungen und Photovoltaikanlagen an.

Das Unternehmen mit dem attraktiven Hasen vor einem Ei im Logo ist derzeit in mehr als 60 Ländern aktiv. Vaillant und Viessmann ähneln sich nicht nur in den Namen der beiden Gründer. Endgültige Zahlen für das vergangene Jahr hat die Vaillant Group noch nicht vorgelegt, es wird aber mit einem Umsatz von 3,3 Milliarden Euro gerechnet.

Kleinere Hersteller in Deutschland

Der Kuchen im Wärmepumpenmarkt wird bereits zwischen vielen Unternehmen aufgeteilt, sagt Peter Schössig, Leiter der Abteilung Thermische Systeme und Gebäudetechnik am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE tagesschau.de. Aber die drei größten Unternehmen – Vaillant, Viessmann und Bosch – dürften sich einen erheblichen Marktanteil teilen.

In der zweiten Reihe stehen Firmen wie Weishaupt oder WOLF, die mehrere tausend Heizsysteme verkaufen. Darunter seien wiederum Hunderte kleinerer Unternehmen, die es künftig deutlich schwerer haben dürften, glaubt Schossig.

industrielle Produktion

Der Markt werde derzeit aufgeräumt, sagt Schossig. Aktuell profitieren alle Hersteller von einer hohen Nachfrage und verzeichnen hohe Wachstumsraten. Wenn der Markt jedoch um 30 Prozent wächst und der eigene Umsatz nur um 15 Prozent wächst, bedeutet das immer noch, dass Sie Anteile an die Konkurrenz verlieren. Im Moment laufe es gut, sagt Schossig. In sechs Jahren wird das jedoch anders aussehen.

Früher hätten die großen Hersteller auch kleinere Stückzahlen produziert – so groß sei der Preisunterschied zu den kleineren Firmen nicht gewesen, sagt Chausser. Doch nun haben die größeren Heizungshersteller angekündigt, hunderte Millionen Euro in die Standorte zu investieren und automatisierte Fertigungsstraßen aufzubauen. Schossig glaubt, dass die industrielle Produktion die Situation für kleinere Produzenten verändern wird. Dann könnten Sie in Schwierigkeiten geraten. Im Gegenzug wären Wärmepumpen für Verbraucher günstiger. Der Markt wird derzeit von hohen Preisen überhitzt.