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Hitze in Süd- und Westeuropa: Brände in London – Großschaden gemeldet

Stand: 19.07.2022 17:14

Hunderte von Feuerwehrleuten sind in und um London im Einsatz. Wegen der Hitze von über 40 Grad Celsius müssen mehrere Brände gelöscht werden. In anderen Ländern Süd- und Westeuropas ist die Situation dramatisch.

Die Feuerwehr der britischen Hauptstadt meldete wegen mehrerer Brände in London umfangreiche Schäden. Dutzende Fahrzeuge wurden zu verschiedenen Bränden geschickt, 30 allein zu einem Brand auf einer Wiese im Ostteil der Stadt. Die ersten Bilder zeigen, dass das Feuer dort bereits mehrere Wohnhäuser erfasst hat. Laut BBC sind etwa 175 Feuerwehrleute im Einsatz. Weitere 85 bekämpfen zwei Grasbrände im südlichen Teil der Stadt.

Derzeit könne die Feuerwehr alle Einsätze abdecken, teilte die Feuerwehr mit. Die Erklärung der großen Katastrophe hilft jedoch, die Kräfte besser zu bündeln. Der Bürgermeister von London, Sadiq Khan, twitterte, dass die Feuerwehr unter enormem Druck stehe.

Großbritannien leidet zum ersten Mal unter einer großen Hitzewelle mit lokalen Temperaturen über 40 ° C. Gegen Mittag wurden in London Heathrow 40,2 Grad gemessen. In Charlewood bei London seien heute Morgen bereits 39,1 Grad erreicht worden, teilte das britische Met Office mit. Der bisherige Rekord lag bei 38,7 Grad, der 2019 erreicht wurde.

Aufgrund der extremen Temperaturen wurde der Bahnverkehr in einigen Teilen des Landes lahmgelegt. Wie der Netzbetreiber Network Rail mitteilte, wurde der Betrieb der Fernbahnen an Englands Ostküste und in den Midlands komplett eingestellt. Die Menschen wurden aufgefordert, ihre Reisepläne zu ändern.

Aufstände auch an Flughäfen

Extreme Hitze hat am Flughafen London Luton bereits zu erheblichen Störungen geführt. Der Flughafen sagte, die Oberfläche der Landebahn sei durch die hohen Temperaturen beschädigt worden. Berichten zufolge mussten mehrere Flüge gestrichen oder umgeleitet werden.

Luftverschmutzung in Frankreich

In Frankreich verursachten Sonne und Hitze Luftverschmutzung, daher ordneten die Behörden Bewegungseinschränkungen an. In der Region Grand Est im Osten des Landes müssen Autofahrer auf Autobahnen und Schnellstraßen ihre Geschwindigkeit um 20 km/h reduzieren.

Zuvor wurden an mehreren Orten in Frankreich die höchsten Temperaturen seit Beginn der Messungen gemessen. In Brest an der Atlantikküste der Bretagne stieg die Temperatur auf 39,3 Grad Celsius und übertraf damit den bisherigen Hitzerekord um mehr als vier Grad. 40,3 Grad wurden in Nantes gemessen, wo der bisherige Rekord von 40,3 Grad aus dem Jahr 1949 stammte.

Festgenommen wegen Verdachts auf Brandstiftung

Bei Ermittlungen zu Waldbränden im südwestfranzösischen Departement Gironde, die bereits fast 20.000 Hektar Wald zerstört haben, ist ein Verdächtiger festgenommen worden. Die Ermittlungen zum Brand in der Gemeinde Landiras hätten den Verdacht der Brandstiftung bestätigt, teilte die Staatsanwaltschaft von Bordeaux mit. Die Ermittlungen werden mit weiteren forensischen Untersuchungen und Zeugenbefragungen fortgesetzt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bemerkten Augenzeugen, dass ein Auto mit hoher Geschwindigkeit vom Brandort wegfuhr. Nach Angaben der Ermittler gab es an diesem Tag weitere Brände in der Gegend sowie drei weitere Ausbrüche in den folgenden Tagen. Seit Beginn der Brände vor etwa einer Woche sind mehr als 34.000 Menschen in der Region aus ihren Häusern geflohen.

Die Hitzewelle bewegt sich nach Osten

Beim zweiten Waldbrand in La Teste-de-Buch bei Arcachon gehen die Behörden davon aus, dass das Feuer durch einen in Brand geratenen Lieferwagen verursacht wurde. Ein Pflegeheim musste evakuiert werden.

Die Hitzewelle in Frankreich dürfte nun im Westen des Landes etwas nachlassen. Der Wetterdienst Météo-France hat die höchste Hitzewarnung für 15 Departements an der Atlantikküste aufgehoben. Die zweithöchste Alarmstufe gilt jedoch immer noch für 73 der 101 französischen Departements. Im Osten des Landes sollen es bis zu 40 Grad werden.

Feuer an der Atlantikküste Frankreichs

Sabine Rau, ARD Paris, Tagesthemen 22:20, 18. Juli 2022

Niederlande: Streusalz zum Kühlen von Straßen

Met Offices erwarten auch in Belgien und den Niederlanden Höchsttemperaturen über 40 Grad Celsius. Code orange gilt in beiden Ländern. Die Menschen sollten körperliche Anstrengung vermeiden, viel trinken und möglichst die Sonne meiden.

Streusalz wird heute in den Niederlanden zur Kühlung von Brücken und Straßen verwendet. Salz entzieht der Luft Feuchtigkeit, das kühlt die Straßen – so sollen Schäden verhindert werden, so die Gemeinde Hardenberg. In Amsterdam wurden Zugbrücken über Kanäle mit Wasser gekühlt, um zu verhindern, dass sich der Stahl zu stark ausdehnt. Dann konnten die Brücken nicht mehr geöffnet werden, um Boote durchzulassen.

Warnungen vor hohem Ozongehalt

Durch die Hitze steigt auch die Ozonkonzentration in der Luft. Nach Angaben der EU-Klimaschutzbehörde Copernicus wurden zuletzt in Südeuropa – etwa in Portugal, Spanien und Italien – Werte von mehr als 200 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen. Dies gilt als zu hoch für Mensch und Umwelt. Copernicus warnte davor, dass die Werte auch in Nordwesteuropa auf gesundheitsgefährdende Werte steigen könnten.

Zu viel Ozon in der Luft, die wir atmen, kann Kopfschmerzen, Husten oder Tränen verursachen. Bei körperlicher Anstrengung kann Ozon auch tief in das Lungengewebe eindringen, wo es das Gewebe schädigen und Entzündungen hervorrufen kann.

Häuser in der Toskana wegen Waldbränden evakuiert

In Italien waren unter anderem Bozen, Brescia, Florenz und Perugia von heißen Temperaturen und stickiger Luft betroffen. Darüber hinaus sind Feuerwehrleute weiterhin in Alarmbereitschaft, um Wald- und Buschbrände im ganzen Land zu bekämpfen. Der Zivilschutz in Sizilien meldete in einigen Gebieten die höchste Gefahrenstufe für…