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Hitzewelle: Große Brände breiten sich nach Süden aus

Ein großer Waldbrand im Westen der Insel Euböa hält die Feuerwehr derzeit in Atem. Aufgrund des starken Windes breiteten sich die Flammen schnell aus. Am Morgen waren fünf Löschflugzeuge und -hubschrauber sowie 150 Feuerwehrleute mit 32 Löschzügen im Einsatz. Ein Dorf wurde evakuiert und die Bewohner des Gebiets vom Zivilschutz per Warn-SMS alarmiert, berichtete ANA.

Die zweitgrößte griechische Insel war im heißen Sommer 2021 eine der am schlimmsten von verheerenden Waldbränden betroffenen. Zehntausende Hektar Wald fielen dem Feuer zum Opfer. Die Regierung hat seitdem das Feuersystem verbessert. Auch andere EU-Staaten helfen. Im Rahmen eines EU-Hilfsprogramms werden in diesem Sommer rund 250 ausländische Feuerwehrleute in Griechenland stationiert. Auch das Ausland unterstützt mit rund 90 Löschhubschraubern und -flugzeugen.

Die früheste Hitzewelle in Frankreich seit 1947

In Frankreich wurden in den vergangenen Tagen mehrere Temperaturrekorde aufgestellt, mit einem vorläufigen Höchstwert in Biarritz am Samstag bei 42,9 Grad. Der Wetterdienst Meteo France spricht von der frühesten Hitzewelle seit 1947. Zahlreiche Festivals, Sport- und Kulturveranstaltungen wurden landesweit abgesagt. In Bordeaux haben die Museen den Besuchern bei Temperaturen um 40 Grad den Eintritt erlassen, damit sie sich in klimatisierten Räumen vorübergehend abkühlen können.

Militärübungen verursachen Waldbrände

In der Region Var in Südfrankreich lösten Artilleriefeuer der Armee ein Lauffeuer aus und setzten etwa 600 Hektar Land in Brand. Verletzt wurde laut Feuerwehr niemand, lediglich 2.500 Schafe mussten in Sicherheit gebracht werden.

APA/AFP/Cesar Manso Feuerwehrleute bekämpfen ein Flammenmeer in Nordspanien

14 Städte wurden nach Spanien evakuiert

In Spanien haben Waldbrände in der Sierra de la Culebra im Nordwesten bereits fast 20.000 Hektar Land verwüstet, 14 Städte wurden vorsorglich evakuiert und Hunderte Menschen mussten ihre Heimat verlassen. In mehreren anderen Regionen löschten Rettungsdienste weitere Brände.

Italien: Regionen vor dem Ausnahmezustand

Wegen der schlimmsten Dürre seit 70 Jahren wollen die norditalienischen Regionen den Notstand ausrufen. Dies kann ihnen die Freiheit geben, dringend Maßnahmen zur Bekämpfung der Wasserknappheit zu ergreifen. Am Mittwoch treffen sich die Präsidenten der Regionen mit Landwirtschaftsminister Stefano Patuanelli. Diskutiert werden unter anderem Maßnahmen zur Effizienzsteigerung des italienischen Wasserversorgungssystems.

Der Ausnahmezustand sei “unvermeidlich”, sagte Patuanelli laut Medienberichten. „In Italien und Europa gibt es ganze Landstriche, auf denen es seit Monaten nicht geregnet hat.“ Der Präsident des Piemont, Alberto Cirio, kündigte an, dass 170 Gemeinden in seiner Region Wasser nur noch für grundlegende Zwecke wie Trinken und Kochen nutzen dürfen. In zehn Städten, die meisten davon in der Provinz Novara, wurde die Wasserversorgung über Nacht komplett unterbrochen.

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Waldbrände auch in Deutschland

Auch in Deutschland brennt es nahe der brandenburgischen Kleinstadt Troienbritzen – etwa 80 Kilometer südwestlich von Berlin – auf einer Fläche von etwa 100 Hektar. Erschwert werden die Löscharbeiten dadurch, dass das betroffene Gebiet teilweise mit Munition kontaminiert ist, sodass sich die Einsatzkräfte nur auf sicheren Wegen bewegen können.

Teil der Klimakrise

Experten zufolge ist die Zunahme von Hitzewellen und Dürren eine direkte Folge der globalen Erwärmung. Die Intensität sowie die Dauer und Häufigkeit dieser Phänomene nehmen zu. Der Klimawandel führe zu früheren Hitzewellen, erklärte Claire Nulis von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf. „Leider ist das, was wir heute sehen, ein Vorgeschmack auf die Zukunft, wenn die Treibhausgasemissionen nicht reduziert werden“, sagte er. Laut WMO hat sich die Zahl der Unwetterkatastrophen zwischen 1970 und 2019 verfünffacht.