In mehreren Bundesländern wurden am Mittwoch die höchsten Temperaturwerte seit Beginn der meteorologischen Daten gemessen. Spitzenreiter um 15.30 Uhr sei Bad Mergentheim-Neunkirchen mit 40,3 Grad, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Auch der bisherige baden-württembergische Rekord von 40,2 Grad wurde im August 2003 in Freiburg gebrochen.
Es ist zudem das 10. Mal, dass in Deutschland eine Temperatur über 40 Grad gemessen wurde, seit Aufzeichnungen vorliegen – zuletzt 2019.
Um 15.20 Uhr lagen die vorläufigen Landeshöchstwerte bei 39,8 Grad im niedersächsischen Uelzen und ebenfalls 39,8 Grad im sachsen-anhaltinischen Huy-Pabstorf – Hitzerekorde für beide Länder. „Aber die Werte können bis zum Abend noch gestört werden“, sagte DWD-Sprecher Andreas Friedrich. Denn die Temperaturen stiegen weiter. Gut möglich, dass auch an anderen Wetterstationen die 40-Grad-Marke erreicht wird.
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Mit 39,7 Grad in Hamburg Neuwiedenthal und 38,4 Grad in Krambeck in Schleswig-Holstein wurden auch vorläufige Landesrekorde aufgestellt. Die letzten Rekordhöhen des Tages sollten nicht vor 20 Uhr eingestellt werden, hieß es.
Am Donnerstag eine kleine Abkühlung im ganzen Land. Vor allem im Südwesten und Westen gab es am Mittwoch Schauer und Gewitter mit Windböen.
Selbst der kleinste Funke kann ein Feuer verheerenden Ausmaßes entfachen
Doch trotz des Regens bleibe es generell zu trocken, sagte der DWD-Sprecher. In mehreren Teilen Deutschlands brechen immer wieder Waldbrände aus. Bei Sundern im Sauerland sei eine Fläche von mehr als 30.000 Quadratmetern abgebrannt, und es träten immer wieder leuchtende Nester auf, sagte ein Polizeisprecher. Rund 400 Einsatzkräfte waren vor Ort. Auch im sächsischen Landkreis Meißen brachen mehrere Waldbrände aus. In Baden-Württemberg warnte Innenminister Thomas Strobl (CDU) vor den Gefahren: „Bitte beachten Sie weiterhin, dass in Wald und Feld schon der kleinste Funke zu einem Brand mit möglicherweise verheerenden Folgen führen kann.“
Alle Entwicklungen im Live-Ticker:
17:20 – Auf extreme Hitze folgt Starkregen: In Nordrhein-Westfalen werden lokale Überschwemmungen erwartet
Nach dem bisher heißesten Tag des Jahres mussten sich die Menschen in Nordrhein-Westfalen auf das nächste potenziell gefährliche Wetterphänomen einstellen: Gewitter und Starkregen. Für die Nacht zum Donnerstag seien vor allem im Norden des Bundeslandes Unwetter vorhergesagt worden, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Mittwoch mit.
Experten glauben, dass lokale Überschwemmungen über Nacht möglich sind, aber die Wasserstandsempfehlungen sollten wahrscheinlich nicht überschritten werden. Allerdings mindert der Niederschlag zumindest die Gefahr eines Problems, das in den vergangenen Tagen viele Feuerwehren in NRW beschäftigt hat: Waldbrände.
Der DWD rechnet vor allem heute Abend und Donnerstagnacht mit zunehmend heftigen Gewittern. Innerhalb von drei bis sechs Stunden könnten bis zu 70 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, sagte er. Der Starkregenschwerpunkt erstreckt sich vermutlich vom Ruhrgebiet bis ins Münsterland.
Der Hochwasserinformationsdienst des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) teilte mit, dass aufgrund des überwiegend trockenen Bodens mit einer reduzierten Wasseraufnahmekapazität zu rechnen sei und Starkregen zu lokalen Überschwemmungen und Abflüssen führen könne. Mit Spitzen ist laut Lanuv in den Regionen Niederrhein, Münsterland und Teutoburger Wald zu rechnen.
In kleineren Gewässern können lokale Gewitter zu Überschwemmungen und Überschwemmungen führen. Auch für größere Gewässer in NRW ist mit einem Anstieg der Wasserstände zu rechnen. Im Extremfall kann der Pegel der Berkel bei Ammeloe um einen Meter und der Pegel der Lippe bei Leven um eineinhalb Meter ansteigen. Damit wäre aber noch nicht die erste Informationsebene erreicht, auf der die Öffentlichkeit vor einer Eskalation gewarnt wird.
16:20 – Update Baden-Baden: Stromausfall nicht durch Hitze verursacht
Eine fehlerhafte Kontaktstelle zwischen zwei Kabeln im Boden hat in Baden-Baden zu einem Stromausfall geführt. Der Chef der Stadtwerke, Helmut Euler, sagte der Nachrichtenagentur Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch, dass dieser sogenannte Erdschluss mehr Hitze erzeugt, wodurch die Kunststoffummantelung der Kabel schmilzt. Der Fehler in der 20.000-Volt-Leitung zwei Meter unter der Erde verursachte mehrere nachfolgende Systemstörungen, die dann zu Stromausfällen für mehrere tausend Einwohner führten.
Am Morgen meldete die Gemeinde, dass die Schäden durch die Hitze verursacht wurden. Oehler sagte jetzt: „Das ist nicht richtig.“ Es kommt oft vor, dass eine Hülse zwischen zwei Kabeln reißt. Warum die nachfolgenden Fehler aufgetreten sind, wird in Kürze untersucht. „Eine so große Störung hatten wir in Baden-Baden noch nie“, sagte der Stadtwerke-Chef. Die großräumige Störung begann kurz vor Mitternacht. Bei den meisten Betroffenen habe der Stromausfall zwischen sechs und zehn Stunden gedauert, erklärte Oehler.
16:11 – In Bayern gibt es mehr Wälder und Waldbrände
Aufgrund der aktuellen Dürre in Bayern brechen in verschiedenen Landesteilen immer wieder Wälder und Waldbrände aus. Allein im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg kam es innerhalb weniger Stunden zu drei Wald- und Wiesenbränden. Allgemein habe es am Dienstagnachmittag und -abend auf einer Fläche von rund 750 Quadratmetern gebrannt, teilte die Feuerwehr mit. Ein Feuerwehrmann wurde beim Löschen des Feuers verletzt.
Beim ersten Brand in der Nähe von Angelsberg, Ortsteil Mömbris, brannten am Nachmittag eine Fläche von rund 400 Quadratmetern am Waldrand und ein Holzstoß. Wenige Stunden später wurde die Feuerwehr erneut alarmiert: Mehrere Anrufer meldeten Brände auf dem Hahnenkamm, einer Erhebung zwischen Mömbris und Alzenau. Rund 90 Einsatzkräfte suchten das steile Gelände ab und löschten dort zwei weitere Brände. Ein Feuerwehrmann wurde leicht verletzt. Die beiden Waldbrände haben eine Fläche von 300 beziehungsweise 50 Quadratmetern.
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Die Brandursache war zunächst unbekannt. Allerdings wies die Feuerwehr derzeit auf die Dürre hin. Einen direkten Zusammenhang zwischen den Bränden sah ein Polizeisprecher zunächst nicht. Der Raum Aschaffenburg sei relativ groß, es könne also an mehreren Stellen brennen, sagte er. Waldbranduntersuchungen sind oft schwierig.
Auch in Oberfranken musste die Feuerwehr am Dienstag in Brand geratene Stoppeln löschen. Der Brand in Kirchenlamitz (Kreis Wunsiedel) sei vermutlich durch Funkenflug einer Strohpresse verursacht worden, teilte die Polizei mit. Das Feuer erfasste eine Fläche von etwa 3.000 Quadratmetern, die Ballenpresse wurde zerstört. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 100.000 Euro.
16:05 Uhr – „Lebenshilfe“ warnt: Menschen mit geistiger Behinderung sind sich der Gefahren der Hitze teilweise nicht bewusst
Der Bundesverband Lebenshilfe kritisiert, dass Menschen mit Behinderungen teilweise in Gebäuden leben und arbeiten, die nicht gut vor Hitze geschützt sind. Es sei notwendig, „von Kommunen und Land entwickelte Hitzeschutzpläne zu nutzen und umzusetzen sowie eigene Hitzeschutzpläne für Dienste und Einrichtungen zur Begleitung von Menschen mit Behinderungen zu erstellen“, sagte Jeanne Niklas-Faust, Bundesgeschäftsführerin der Lebenshilfe, weiter Mittwoch die Nachrichtenagentur “epd”.
Hitzeschutz ist wichtig, denn Menschen mit geistiger Behinderung sind sich der Gefahren von Hitze und Sonneneinstrahlung manchmal nicht bewusst oder können sich nicht selbstständig an Verhaltensregeln halten. Fachkräfte, die Menschen mit Behinderungen unterstützen und begleiten, sind schutzpflichtig. Dieser Schutz muss nicht nur im Freien und in Gebäuden, sondern auch während der Fahrt gewährleistet sein.
15.54 Uhr – Paket- und Pizzafahrer leiden unter Hitze – Gewerkschaft fordert besondere Aufmerksamkeit
Hohe Temperaturen bereiten auch Fahrern von Restaurant-Lieferdiensten Probleme – die Food, Entertainment and Restaurants Union (NGG) drängt hier auf eine Sonderbehandlung für Unternehmen. „Aber es gibt nur wenige gesetzliche Bestimmungen für die Arbeit im Freien“, sagte NGG-Sprecherin Karin Vladimirov auf Nachfrage. Einen Rechtsanspruch auf Sonderurlaub gebe es nicht, „aber das wäre das Minimum“. Arbeitgeber müssen daher für zusätzliche Pausen sorgen und dafür sorgen, dass den sogenannten Reitern ausreichend Verpflegung geboten wird.
Die Gewerkschaft empfiehlt den Fahrern, sich an ihren Arbeitgeber zu wenden und die Situation zu schildern, wenn ihnen die Energie ausgeht. „Wir gehen davon aus, dass Lieferdienste bei zu hohen Temperaturen nicht mehr verfügbar sein werden.“
Lieferando, der Marktführer im Restaurant-Lieferservice, sagte auf Nachfrage, dass Autofahrer vor einigen Tagen über die Sommerhitze-Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes informiert worden seien. Man werde auch entsprechende Verhaltenshinweise erhalten, sagte ein Sprecher in Berlin. Dazu gehört mehr zu trinken, Sonnencreme von Lieferando zu verwenden und vor allem mehr Pausen einzulegen.
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Generell verteilt der Lieferdienst an heißen Sommertagen die Bestellungen stärker auf die Fahrer. Die meisten davon werden ohnehin meist abends genutzt, weil dann die Nachfrage höher ist. Aber natürlich gibt es auch…
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