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Hohe Temperaturen: Was tun bei Hitze?

FAQ

Stand: 19.07.2022 07:03 Uhr

Mit zunehmender Hitze kann der Körper an seine Grenzen stoßen. Welcher Schutz ist heutzutage der beste? Was zu tun ist und was nicht. Rezension.

Was passiert im Körper, wenn es heiß ist?

Der Körper versucht, die Körpertemperatur zu senken, indem er die Schweißproduktion erhöht. Durch starkes Schwitzen gehen Flüssigkeit, Mineralstoffe und Spurenelemente verloren. Blutgefäße in der Haut erweitern sich, um Sie abzukühlen. Das senkt den Blutdruck und schwächt den Kreislauf. Bei extremer Hitze kann das dazu führen, dass das Gehirn nicht mehr genug Sauerstoff bekommt – dies führt zu Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen.

Was tun bei dieser Hitze?

Auch bei dieser Hitzewelle gilt der klassische Expertenratschlag: frühmorgens oder spätabends Sport treiben. Generell sollten über den Tag verteilt etwa zweieinhalb bis drei Liter getrunken werden. Empfehlenswert sind Mineralwasser, gekühlte Kräuter- und Früchtetees oder verdünnte Frucht- und Gemüsesäfte. Sie enthalten in der Regel genügend Mineralstoffe, um die ausgeschwitzten Salze zu ersetzen.

Limonaden mit hohem Zuckergehalt machen hingegen noch durstig. Eiskalte Getränke können Magenbeschwerden verursachen. Außerdem muss der Körper härter arbeiten, um die Flüssigkeit auf Körpertemperatur zu erwärmen. Auf Alkohol sollte besser verzichtet werden. Es erweitert die Gefäße, was das Herz noch mehr belastet. Und was die Ernährung betrifft: Keine schweren und fettigen Speisen, sondern mehrere kleine und leichte Mahlzeiten mit viel Obst und Gemüse.

Warum ist Hitze so gefährlich?

Kann der Körper die Wärme nicht mehr ausreichend abführen, können Symptome auftreten, die mitunter lebensbedrohlich sein können. Besonders gefährdet sind Kleinkinder, ältere Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen.

„Sonnenbrand, Kopfschmerzen und Sonnenstich durch zu viel direkte Sonneneinstrahlung sind die größten Gefahren“, sagt Jan-Arne Laufs, Leiter der Zentralen Notaufnahme am Universitäts-Notfallzentrum (UNZ) am Universitätsklinikum Rostock.

Anzeichen für einen Sonnenstich sind Unruhe, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Hitzewallungen, Bewusstlosigkeit und ein steifer Nacken. Opfer sollten in einen schattigen, gut belüfteten Bereich gebracht und mit erhöhtem Kopf positioniert werden. Der Kopf sollte mit feuchten, kalten Tüchern gekühlt werden.

Hitzschlag ist viel gefährlicher. In einem lebensbedrohlichen Notfall steigt die Körpertemperatur auf über 40 Grad. Die Hitze ist so groß, dass der Körper sie nicht mehr abführen kann. Unter diesen Bedingungen funktioniert das Gehirn nicht mehr richtig und die Betroffenen wirken verwirrt, haben Kopfschmerzen, Übelkeit oder werden sogar ohnmächtig. Du atmest schnell, dein Herz schlägt.

Wie gefährlich ist UV-Strahlung?

UV-Strahlung kann Augenschäden wie Bindehautentzündung und Sonnenbrand auf der Haut verursachen. Aber es ist auch das Hauptrisiko für Hautkrebs. Mehr als 200.000 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr an Hautkrebs. Die Deutsche Krebsgesellschaft geht sogar von rund 290.000 Neuerkrankungen pro Jahr aus. Etwas mehr als 20.000 Diagnosen stehen im Zusammenhang mit dem gefährlichen schwarzen Hautkrebs, dem sogenannten bösartigen Melanom. Neben UV-Strahlen beeinflusst vor allem die genetische Ausstattung, ob jemand krank wird.

Auch beim Baden ist die Gefahr durch ultraviolette Strahlen nicht zu unterschätzen. „Was viele nicht wissen: Im Wasser ist man völlig schutzlos“, sagt Steffen Emmert, Direktor der Klinik für Dermatologie und Venerologie. Laut Bundesamt für Strahlenschutz nimmt die Intensität der ultravioletten Strahlen mit zunehmender Wassertiefe ab, beträgt in 50 Zentimeter Tiefe aber immer noch 40 Prozent. Der Nachteil: Die Intensität der UV-Strahlung kann im Wasser und über der Wasseroberfläche höher sein als an Land – dh. höher als der vorherrschende UV-Index, so die Behörde. Grund: Wasserspiegelung.

Mehr zum UV-Risiko erfahren Sie auf der Website des DWD. Aufschluss gibt auch die UV-Prognose des Bundesamtes für Strahlenschutz.

Worauf sollten ältere Menschen achten?

Ältere Menschen sind besonders gefährdet, da sie die Hitze oder den Flüssigkeitsmangel nicht immer bemerken. Mit zunehmendem Alter lässt das Durstgefühl nach – es können auch Vorerkrankungen vorliegen. Bei hohen Temperaturen verliert der Körper durch Schwitzen deutlich mehr Flüssigkeit und damit Salze als Elektrolyte, warnt der maltesische Bundesarzt Rainer Loeb: „Man muss trinken, bevor man durstig wird.“

Auch für ältere Menschen gilt: Räume sollten gelüftet, Lebensmittel in kleineren Portionen verzehrt und draußen zum Schutz eine Kopfbedeckung getragen werden.

Experten pochen jedoch darauf, langfristig in Baumaßnahmen zu investieren. „Weder Kommunen noch Bund und Länder sind bereit, Milliarden in die Bereitstellung eines Hitzeschildes zu investieren, zumindest für Pflegeheimbewohner, Krankenhauspatienten und besonders gefährdete Personen“, kritisiert Eugen Brisch, Vorstandsmitglied der Deutschen Stiftung für Patientenschutz, in “Neue Osnabrücker Zeitung”.

Der Sozialverband VdK fordert einen Wärmeschutzplan mit umfassenden Vorgaben für Seniorenheime. Der Hitzeaktionsplan soll Leitlinien für Leistungserbringer aufstellen, von der Medikamentenlagerung bis hin zu baulichen Maßnahmen.

Was bedeutet wärme für tiere

Anders als Menschen können sich Tiere nicht durch Schwitzen kühlen, sondern hauptsächlich durch Hecheln und Trinken. Ausreichend Flüssigkeit ist daher lebenswichtig, um die Tiere vor Austrocknung und lebensbedrohlichem Anstieg der Körpertemperatur zu schützen.

Ohne Schatten, frische Luft und ausreichend Trinkwasser stauen sich die Tiere, was schnell zu einem Hitzschlag führen kann. Für Nager und Kaninchen…