Am Christopher Street Day marschierten am Samstag 100 Formationen durch die Stuttgarter Innenstadt – mehr als vor einer Woche in Berlin. Neben Feiern und Spaß haben geht es beim CDD auch um Politik.
Diesmal war die CSD-Parade länger als je zuvor in Stuttgart: 100 Gruppen marschierten durch die Innenstadt. Nach Angaben der Veranstalter sind bis zu 25.000 Teilnehmer angemeldet. Laut Polizei säumten mehrere hunderttausend Zuschauer die Strecke und feierten. Alles verlief friedlich.
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Party, Parade und politische Demonstration
Das diesjährige Motto steht im Zeichen des Zusammenhalts: „Gemeinschaft.Stärke.Europa“. Die CID ist Party, Parade und politische Demonstration zugleich. Die Hauptforderung: Gleiche Rechte für alle Menschen. Hassverbrechen gegen queere Menschen haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, sagte CSD-Sprecher Detlef Raasch dem SWR.
Hunderttausende feierten den CSD 2022 in Stuttgart – viele in schrillen und bunten SWR-Kostümen
Bei der Parade waren auch viele Flaggen der Ukraine zu sehen. Ein Zeichen der Solidarität mit dem Land, das sich gegen den russischen Angriff zur Wehr setzt.
CSD Stuttgart: Die Strecke führt durch die Innenstadt
Der Demonstrationszug fuhr vom Erwin-Schöttle-Platz über die Tübinger Straße und die Eberhardstraße nach Planie. Einige Straßen blieben für die Dauer der Parade gesperrt, wodurch die Zufahrt zu den Tiefgaragen entlang der Strecke unmöglich wurde, so die Stuttgarter Polizei.
Auch auf dem Stuttgarter Schlossplatz gab es am frühen Abend eine Kundgebung, unter anderem mit Landtagssprecher Muhterem Aras (Die Grünen), Schirmherr des CSD. Dann startete das Straßenfest auf dem Markt und Schillerplatz, sowie auf der Kirchstraße.
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Forderung nach Gleichberechtigung und gesellschaftlicher Akzeptanz
1979 wurde der Christopher Street Day erstmals in Stuttgart ausgetragen. „Stuttgart war damals neben Berlin und Bremen die einzige Stadt, die einen CSD hatte“, sagte Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Knopper (CDU) beim CSD-Empfang in Stuttgart das Rathaus von Mite July. Damals war die CDCC nur ein überschaubares Treffen, nicht zu vergleichen mit der heutigen Resonanz.
„Im Idealfall würden wir so gut und so harmonisch zusammenleben, dass es egal und egal wäre, welche Orientierung wir haben.“
Dass dieser Idealfall noch lange nicht erreicht ist – auch in Baden-Württemberg – zeigen die jüngsten Angriffe und Anfeindungen gegen Menschen der Regenbogen-Community. Beim Karlsruher CSD im Juni etwa sollen Teilnehmer von einer Gruppe angegriffen worden sein. Sechs Menschen wurden leicht verletzt, vermutlich wurde eine Regenbogenfahne angezündet.
Eine Schweigeminute für die Opfer aus der LSBTTIQ-Community
Daher wurde am Samstagabend vor der Eröffnung des Straßenfestes eine Schweigeminute abgehalten – für alle Opfer der zunehmenden Hassverbrechen gegen Menschen aus der LGBTTIQ-Community.
Das Motto des CSD Stuttgart: „Gemeinschaft. Stärke. Europa.“
Der Begriff „Community“ beschreibt all die Menschen, die sich der LSBTTIQ-Szene zugehörig fühlen – also. die Lesben-, Schwulen-, Bisexuellen-, Transgender-, Trans-, Intersex- und Queer-Community, so CSD-Vorstandsmitglied Detlef Raasch. „Stärke“ ist die Qualität, die eine Szene erlangen muss, um Hassverbrechen, gewalttätigen Angriffen und anderen Verbrechen standzuhalten. Und „Europa“ achtet auf die EU-Länder, in denen noch immer Bühnenrechte mit Füßen getreten werden.
Die Stuttgarter Polizei ist am Samstag mit etwas mehr Wucht als in Vor-Corona-Zeiten im Einsatz. Grund dafür ist die große Zahl an Teilnehmern und Zuschauern.
SWR-Dokumentation: „Schwul, Lesbisch, Trans – CSD kämpft für mehr Vielfalt“
Für Detlef, Annika und Anke ist der Christopher Street Day das Highlight des Jahres. Sie können sich gemeinsam für mehr Gleichberechtigung, Akzeptanz und Vielfalt im Land einsetzen. Mehr in der SWR-Doku 2021:
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