Germany

IATA warnt: Flugchaos könnte sich bis in den Winter hinziehen

Aufgrund der Wiederherstellung der 80-20-Slot-Regel

Jetzt droht auch im Winter Reisechaos!

Heutzutage macht Fliegen keinen Spaß mehr. Doch wer glaubt, dass das Chaos an Europas Flughäfen nach den Sommerferien abflauen wird, der irrt. Jetzt schüren Äußerungen des Luftfahrtverbandes Iata diese Sorge.

Gesendet: 11:34 Uhr

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Aktualisiert: vor 28 Minuten

Die Luftfahrtindustrie wird angegriffen! Reisehungrige Reisende, gepaart mit Personalmangel, bereiten Fluggesellschaften und Bodenbetreibern Probleme. Die Folge: Ausfälle, Verspätungen, verlorenes Gepäck. Erst gestern strich Lufthansa weitere 2000 Flüge, auch Schweizer Verbindungen sind betroffen.

Die Hoffnung, dass sich das Chaos nach Abklingen des Sommergetümmels von selbst löst, ist nun zerschlagen. Denn die Iata, ein Zusammenschluss von mehr als 290 Fluggesellschaften, warnt davor, dass das Chaos sogar bis in die Wintermonate hineinreichen könnte. Das berichtet „St. Galler Tagblatt“ und verweist auf eine Medienmitteilung des Vereins mit Vertretung am Flughafen Genf.

Die 80-20-Slot-Regel wurde während Corona ausgesetzt

Grund ist die weltweit geltende 80-20-Slot-Regel. Es ist ein Relikt aus den goldenen Tagen der Fluggesellschaften vor der Pandemie. Die Fluggesellschaften kämpften damals buchstäblich um die beste Start- und Landezeit auf den Flughäfen. Als Ergebnis wurde folgende Regel eingeführt: Wer sich Rechte für eine bestimmte Start- oder Landezeit sichert, muss mindestens 80 Prozent davon auch tatsächlich nutzen.

Im Sturm des ersten Coronavirus-Lockdowns beschloss die EU, die Regel nicht mehr anzuwenden. Denn Airlines haben ein starkes finanzielles Interesse daran, die beliebtesten Top-Slots zu behalten. Die Folge wäre ein Umweltwahn mit mehreren Geisterschwärmen gewesen.

Iata kritisiert Flughafenbetreiber

Mit Beginn der Wintersaison Ende Oktober kündigt die EU nun an, dass die Regel reaktiviert werden muss. Die Ankündigung stieß bei Iata auf Unmut. Denn: Mehrere Flughäfen sind bereits überlastet. Deshalb ist eine Wiederaufnahme der Flüge wie vor Corona nicht möglich. Auch die vorgeschlagene Ausnahmeklausel, die in epidemiologischen Notsituationen oder Naturkatastrophen zum Einsatz kommen könnte, macht den Verein nicht nachsichtig.

Einige Flughäfen können den Passagierstrom mit einer Auslastung von 64 Prozent nicht mehr bewältigen. Deshalb drängt die Iata nun auf eine Anpassung an die Untergrenze von 80 Prozent. Andernfalls steht Fluggesellschaften und Flughäfen nach einem arbeitsreichen Sommer ein langer Winter bevor. (sind)