Germany

ifo Institut: Rezession und steigende Inflation

9,3 Prozent – so hoch wird die Inflation in Deutschland laut dem Münchner Institut für Wirtschaftsforschung Ifo im nächsten Jahr sein. Zudem prognostizierten Volkswirte am gestrigen Montag eine drohende Rezession, die Deutschlands Wirtschaft im kommenden Jahr um 0,3 Prozent schrumpfen lassen würde.

„Wir treten in eine Winterrezession ein“, sagte Ifo-Wirtschaftsvorstand Timo Vollmershäuser. Anpassungen der Strom- und Gaspreise Anfang 2023 könnten die Inflation im ersten Quartal sogar auf rund elf Prozent treiben. Infolgedessen werden die Haushaltseinkommen schrumpfen und die Kaufkraft in diesem und im nächsten Jahr um drei Prozent sinken – eine Zahl, die es seit Einführung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen im Jahr 1970 noch nie gegeben hat.

Angesichts dieser Prognosen rechnet Wollmershäuser mit einer weiteren drastischen Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) auf vier Prozent. Erst letzte Woche hat die EZB ihren Leitzins um 0,75 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent angehoben.

Der Arbeitsmarkt bleibt stabil

Eine Normalisierung von Wachstum und Inflation erwartet Wollmershäuser erst im Jahr 2024 mit einem Wachstum von 1,8 Prozent und einer Inflation von 2,5 Prozent. Gravierende Folgen für den deutschen Arbeitsmarkt befürchtet ifo hingegen nicht. Das Beschäftigungswachstum wird sich nur vorübergehend verlangsamen.