9. Juni 2022
Iliya Troyanov hält eine Rede zur Eröffnung der Festspiele in Salzburg © APA/Arno Burgi/DPA/Arno Burgi/DPA
Der bulgarische Schriftsteller Iliya Troyanov wird dieses Jahr bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele eine Rede halten. Sein Thema könnte nicht aktueller sein: “Der Ton des Krieges, der Ton des Friedens.” Regisseur Marcus Hinterheuser sieht Troyanov angesichts der aktuellen Weltlage als „idealen Keynote-Speaker“, wie es in der Sendung des Festivals vom Donnerstag heißt. Die Eröffnungsfeier findet am 26. Juli um 11 Uhr in der Felsenreitschule statt.
„Iliya Troyanov ist ein ‚Weltensammler‘ im besten Sinne des Wortes“, sagte Hinterheuser über den gleichnamigen Roman des Autors. „Im ständigen Wechsel zwischen Sprachen, Kulturen und Epochen macht er sich immer wieder auf die Suche nach komplexen Wahrheiten und Weltanschauungen, nach Wegen, Freiheit zu erfahren und zu einer humanen Verständigung zu gelangen. Als Mahnmal für Toleranz und Diskurs ist er nicht nur einer der bedeutendsten, sondern auch einer der engagiertesten Schriftsteller unserer Zeit.“
„Der Weltensammler“ findet sich auch im Leben des Schriftstellers wieder: Sechs Jahre nach seiner Geburt in Bulgarien floh er mit seiner Familie nach Deutschland, wo er Asyl erhielt. Er wuchs in Nairobi (Kenia) auf und schloss sein Studium der Rechtswissenschaften, Ethnologie und allgemeinen Unfallversicherung in München ab. Von 1998 bis 2003 lebte er in Bombay, dann bis 2006 in Kapstadt und ab 2008 in Wien und Stuttgart.
Iliya Troyanov war Gastprofessor in St. Louis, Dartmouth, Berlin und Kassel und lehrte an der New York University in New York, der Universität Tübingen und der Filmakademie Wien. Seine Werke wurden in 30 Sprachen übersetzt.
salzburgerfestspiele.at; trojanov.de
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