Die hohe Inflation und die drohende Rezession erhöhen die Risiken auf dem Schweizer Immobilienmarkt. Laut Moneypark, der Online-Plattform für Baufinanzierungsvergleiche, dürften die Risiken in den kommenden Quartalen weiter steigen.
Der von Moneypark berechnete Real Estate Risk Index (RERI) ist im ersten Quartal 2022 auf 3,5 Indexpunkte gestiegen. Damit zeige das Barometer eine Situation, die auf der Schwelle von „mittlerem Risiko“ bis „leicht erhöhtem Risiko“ liege, berichtet Geldpark.
Das Risiko einer weltweiten Rezession hat in den letzten Wochen deutlich zugenommen. Steigende Inflation in den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union, die Nachwirkungen des Krieges in der Ukraine und eskalierende Lieferkettenprobleme in China seien dunkle Sturmwolken am Wirtschaftshimmel, fährt Moneypark fort.
Der Zinsanstieg am Schweizer Kapitalmarkt ist enorm. Die 10-jährigen Zinsswaps, die im Dezember noch im 0-Prozent-Bereich lagen, würden am 30. März die 1-Prozent-Marke überschreiten. Der Spread zwischen 2-jährigen und 10-jährigen Zinsswaps weitete sich im April weiter aus. Dies zeigt einen ernsthaften Abschwung der Schweizer Wirtschaft.
Es wird mit langsameren Preissteigerungen gerechnet
Im letzten Quartal sind die Preise für Eigentumswohnungen nur leicht um knapp einen halben Prozentpunkt gestiegen. Dagegen wuchsen auch Einfamilienhäuser in diesem Quartal um knapp zwei Prozent. Aber jetzt gibt es Anzeichen für eine Verlangsamung. Darauf deuten die steigenden Finanzierungs- und Lebenshaltungskosten sowie die konjunkturelle Abschwächung hin. Der Trend muss aber intakt bleiben: Wohneigentum wird (leicht) teurer.
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Die Verschuldungsquote für neu gewährte Finanzierungen ist im ersten Quartal 2022 nicht zuletzt aufgrund von Preiserhöhungen wieder gestiegen, blieb aber mit 64 Prozent im erstklassigen Bereich und birgt daher keine zusätzlichen Risiken.
Die Preise für Gewerbeimmobilien haben sich auf das Vorkrisenniveau erholt, was die gute Verfassung der Schweizer Wirtschaft widerspiegelt. Andererseits sind die Büroflächenpreise gefallen und bestätigen, dass sich das Home Office nach der akuten Phase der Pandemie bei einem Großteil der Erwerbsbevölkerung etabliert hat. (SDA)
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