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Inflation: Steile Vorlage für die Herbstlohnrunde – news.ORF.at

Die Kraftstoffpreise waren weiterhin der Haupttreiber der Juli-Inflation. Auch bei Haushaltsenergie und Gastronomie macht sich der Preisanstieg bemerkbar. Auch der Wocheneinkauf wurde deutlich teurer: Der Preisanstieg für Mini-Einkaufskörbe betrug im Juli 19,1 Prozent, mehr als das Doppelte der allgemeinen Inflationsrate. Rechnet man die Kosten für Treibstoff, Energie, Verpflegung und Verpflegung heraus, ergibt sich eine Inflation von 3,7 Prozent.

Die Preise für Lebensmittel und Erfrischungsgetränke stiegen um durchschnittlich 12,5 Prozent. Für Milch, Käse und Eier zahlen die Kunden 17,4 Prozent mehr, für Fleisch 13,9 Prozent mehr. Gemüse verteuerte sich um 12,5 Prozent, Brot und Getreideprodukte um 11,2 Prozent – ​​mehr dazu auf oesterreich.ORF.at.

Metaller: Nicht unter dieser Inflationsrate

Angesichts der hohen Inflation wird es mit ziemlicher Sicherheit ein heißer Herbst in den Lohnverhandlungen. Am 19. September beginnt die Herbsttarifrunde, in der die Gewerkschaften ihre Forderungen an die Arbeitgeber der Metallindustrie übergeben. Für die Arbeitnehmer machte Chefunterhändler Rainer Wimmer (PRO-GE) am Donnerstag im Ö1-Morgejournal deutlich, dass Verhandlungsgrundlage eine „schwebende Inflation“ von sechs oder sieben Prozent sei: „Unter dieser Inflation werden wir definitiv nicht einrasten im Gegenteil, wir werden eine Reallohnerhöhung aushandeln.”

Einen konkreten Betrag für das geforderte Plus nannte er nicht, das wird er zu Beginn der Verhandlungen bekannt geben. Grundlage für Tarifverhandlungen sind traditionell das Inflationsniveau der letzten zwölf Monate und das Produktivitätswachstum.

Dieser Einschätzung schloss sich der Verband der Metalltechnischen Industrie (FMTI) an. Auf die besonders anspruchsvollen und außergewöhnlichen Rahmenbedingungen verwies er auf das Ö1-Mittagsjournal. Eine hohe Inflation treffe Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen, daher seien „Besonnenheit, Maß und Verantwortungsbewusstsein“ gefragt.

Verhandlungen werden “sehr, sehr, sehr schwierig”

Peter Kostelka, Präsident des SPÖ-Rentnerverbandes, forderte am Donnerstag erneut eine Erhöhung um rund zehn Prozent für Senioren, wofür Wimmer Verständnis äußerte. Auf die Frage, ob dies auch der Maßstab für die Gewerkschaften sei, sagte deren Chefunterhändler: „Wir werden jetzt nicht über Prozente sprechen, aber ich verstehe voll und ganz die Bitte des Österreichischen Rentnerverbandes mit seinem Vorsitzenden Dr. Peter Kostelka hat es geschafft.“ Die Tarifverhandlungen würden jedenfalls „sehr, sehr, sehr schwierig“, sagte der PRO-GE-Chef.

Es wird ein starker Anstieg der Renten erwartet

Angesichts der Inflation dürften die Rentenerhöhungen ebenfalls erheblich sein. Laut Statistik Austria wird die Korrekturzahl voraussichtlich bei 5,8 Prozent liegen, wobei sich die Zahl aus durchschnittlichen Inflationszahlen von August 2021 bis Juli 2022 ergibt.

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Erhöhung der Renten um mindestens 5,8 %

Selbstverständlich kann die Politik über Subventionen von mehr als 5,8 Prozent entscheiden. Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) deutete gegenüber der APA an, dass es wieder zu sozialer Differenzierung kommen werde. Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) hatte aus eigener Initiative bereits acht bis zehn Prozent zu dem Treffen gebracht.

Die Präsidentin des ÖVP-Seniorenverbandes, Ingrid Koroschez, wollte sich auf keine Zahl festlegen, forderte aber auch eine deutliche Erhöhung und eine generelle Erhöhung: „Jeder, der heute Rentner ist, hat Anspruch auf einen vollen Inflationsausgleich und Bedarf zusätzliche Maßnahmen zur Dämpfung der Inflation.’

Vertreter der Rentner Kostelka für Renten

Peter Kostelka, Obmann des Rentnerverbandes SPÖ, sprach über die Forderungen nach einer Rentenerhöhung über den gesetzlichen Berichtigungswert hinaus.

Kostelka: Schnell verhandeln

Sie habe sich bewusst nicht auf konkrete zusätzliche Maßnahmen festgelegt, um die Inflation im Vorfeld vollständig zu korrigieren, so Koroschets: „Wie die Maßnahmen im Detail aussehen werden, wird sich im Laufe der Gespräche zeigen, kühne Vorforderungen halte ich nicht für zielführend.“ Die Der Vorsitzende des Seniorenverbandes betonte, dass es dabei um verschiedenste Maßnahmen gehen könne. Schnelligkeit und Genauigkeit seien wichtig.

Debatte

Inflation: Wie kann man den Haushalten helfen?

Kostelka bekräftigte am Donnerstag, dass er die “Verhandlungsbasis” bei zehn Prozent sehe. „Rentner sollten kein weiteres Jahr viel weniger als die aktuelle Inflation bekommen. Die Lebensmittel-, Heizungs- und Wohnungspreise sind dramatisch gestiegen und werden Prognosen zufolge weiter steigen“, argumentierte Kostelka. Jetzt muss schnell ein Rentengipfel vereinbart werden. Für den stellvertretenden SPÖ-Klubchef Jörg Leichtfried ist eine „sofortige vorzeitige Erhöhung der Rente“ mit dem Ziel, alle Preissteigerungen auszugleichen, „an der Tagesordnung“.

NEOS: „Zukunftsvergessen und verantwortungslos“

Auch Grünen-Chef Werner Kogler plädierte im „Sommergespräch“ des ORF für eine verhältnismäßig stärkere Erhöhung für Geringverdiener. Kogler kann sich eine Sozialstufe mit höheren Grundbeträgen für niedrigere Einkommen vorstellen. Eine andere Möglichkeit ist, in diesem Jahr zwei bis 2,5 Prozent über dem gesetzlichen Wert zu liegen, ihn aber im nächsten Jahr unter die Inflation zu bringen.

Auch FPÖ-Sozialsprecherin Dagmar Belakovic sprach sich für eine kräftige Erhöhung aus: „Alles unter zehn Prozent wäre aus heutiger Sicht ein Hohn und könnte nur als Almosen bezeichnet werden. Unsere Eltern, Großeltern wurden von ÖVP und Grünen enteignet und verarmt.

Am Donnerstag sprach sich NEOS für eine Anhebung der Renten im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben aus, dh. eine Steigerung um 5,8 Prozent, aber mit Pauschalzahlungen für die „geringsten“, wie NEOS-Sprecher Gerald Locker forderte. Dass die Vorsitzenden der Seniorengesellschaft und des Rentnerverbandes jedes Jahr das Gesetz in Frage stellen, sei “Zukunftsvergessenheit und Verantwortungslosigkeit”. Würden die Renten stärker steigen, würde das System noch unausgewogener und die Umverteilung von Jung zu Alt noch stärker.

Die Nachfrage nach Renten wächst

Rentnervertreter pochen angesichts der Inflation auf eine deutlich stärkere Anhebung der Renten als den gesetzlichen Korrekturwert. Die Regierung ist verhandlungsbereit und stellt soziale Differenzierung in Aussicht.

Modell “in den nächsten Wochen”

Wie real die Rentenerhöhung ausfallen wird, muss noch verhandelt werden. Brunner kündigte an, die Bundesregierung werde “besonders von der Inflation Betroffene stärker entlasten”. „Menschen, die ihr ganzes Leben lang hart gearbeitet haben, werden nicht zurückgelassen. Das sind vor allem Bezieher kleiner Renten.“ Wie in den Vorjahren ist mit einer sozialen Differenzierung zu rechnen.

Die Bundesregierung habe das ganze Jahr über bereits viele inflationshemmende Maßnahmen umgesetzt, betonte Bruner, darunter bereits insgesamt 600 Euro Lebenshaltungskostenausgleich und eine Einmalzahlung für Rentner. „Wir werden jetzt die Koalitionsgespräche führen und in den nächsten Wochen ein Modell für die Rentenerhöhung vorstellen“, sagte Brunner. Wie bei allen antiinflationären Maßnahmen sei es wichtig, dass „sie sozial korrekt sind“, damit das Ziel darin bestehe, „die zu entlasten, die es am dringendsten brauchen“.

Plakolm: „Kein Verständnis“ für die SPÖ

In der Debatte zeigten sich interne Spaltungen innerhalb der ÖVP. Denn die Jugendstaatssekretärin der ÖVP, Claudia Plakolm, sprach sich gegen die starke Anhebung der Altersrenten und für mehr „Generationengerechtigkeit“ aus. „Mehr als 700 Millionen Euro pro Jahr liegen zwischen dem, was die automatische Rentenanpassung voraussichtlich erreichen wird, und den Forderungen des Rentnerverbandes“, kritisierte Plakolm. “Jedes Jahr über eine halbe Milliarde, die in die Rucksäcke junger Menschen gestopft wird, anstatt für Bildung oder junge Familien verwendet zu werden, ist unverantwortlich.”

Die Position der SPÖ-Rentenvertretung rief Plakolm am Donnerstag wieder auf die Bühne: „Ich habe kein Verständnis für die wiederholten Forderungen von Herrn Kostelka, eine Höchstrente von 5.000 Euro oder mehr um zehn Prozent anzuheben“, kritisierte sie in einer Aussendung. „Ich kann im Namen aller Enkel und Urenkel nur darum bitten, dass wir jedes Jahr nicht mehr ausgeben, als wir haben.