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Inflation – Tiroler Landesregierung beschließt 25-Millionen-Paket – Tirol –

15.08.2022 13:27 (akt. 15.08.2022 13:27)

Maßnahmenpaket gegen hohe Energiepreise gemeinsam mit Sozialpartnern ©APA/dpa

Die Tiroler Landesregierung hat in ihrer Kabinettssitzung am Montag ein 25 Millionen Euro schweres Anti-Inflationspaket beschlossen. Dazu gehören bereits angestoßene Maßnahmen wie die Verlängerung des Schulkostenzuschusses oder die neue Wohnkostenverordnung, die auf die Bereitstellung von Wohnraum für sozial benachteiligte Menschen abzielt. Vereinbart wurde auch, dass der Staat die Sonderdividende der Tiwag in Höhe von 40 Millionen Euro befristet finanziert.

„Der Preisanstieg ist heftig und betrifft die ganze Gesellschaft“, begründete Landeshauptmann Günter Platter (ÖVP) das Vorgehen. Plater wies das Finanzressort an, die 40 Millionen Euro für die staatliche Tiwag in die Finanzplanung aufzunehmen. Der Beschluss könnte die Jahresdividende für die Geschäftsjahre 2022 und 2023 erhöhen und die Sonderausschüttung aus der Verbund-Beteiligung dem Staat zur Verfügung stellen. Damit sollen antiinflationäre Maßnahmen finanziert werden. Die Tiwag ist mit 8,2 % an der Verbund AG beteiligt.

Die Regierung beschloss außerdem, die Unterstützung für Vereine zu erhöhen. Auf kommunaler Ebene sollten die Kommunen auf eine Erhöhung der Elternbeiträge für Kinderbetreuung und Müllgebühren verzichten. Im Ausgleichsfonds der Gemeinde soll dies mit einem Gesamtvolumen von bis zu zehn Millionen Euro ausgeglichen werden, heißt es.

Neben der Aussetzung der vom Bund mit 6,8 Millionen Euro finanzierten Erhöhung der Fahrkartenpreise für den öffentlichen Nahverkehr werden die Preise der Jahreskarten in Tirol um zehn Prozent gesenkt, wodurch das KlimaTicket Tirol 468 Euro kosten wird nächstes Jahr. Dafür stellt der Staat rund zwei Millionen Euro bereit. Laut LHStv. Auch Ingrid Felipe (Grüne) plant den „Ausbau des Bus- und Bahnangebots“, um „die hohe Qualität im Tiroler ÖPNV-Netz zu erhalten“, so die Verkehrsministerin.

Im Bereich Energie setzt das Land Tirol auf die „Initiative Brennholzlager“. In jedem Bezirk sollte mindestens ein Trockenlager für Brennholz eingerichtet werden. „Brennholz ist den Berechtigten zum Selbstkostenpreis zur Verfügung zu stellen. Transport-, Lager-, Verarbeitungs- und Logistikkosten trägt der Staat“, sagte Wirtschaftsreferent Anton Mattel (ÖVP), der eine „Task Force Inflation“ leitet. Er forderte die Menschen auf, den erweiterten Zuschuss zu den Energiekosten in Anspruch zu nehmen.

Die Maßnahmen wurden gemeinsam mit den Sozialpartnern und dem Gemeindeverband vorbereitet. Nicht alle 25 Millionen Euro müssen sofort ausgegeben werden: Der Staat habe „15 Millionen Euro Spielraum, um auf Ereignisse im Herbst reagieren zu können“, sagte Mattel, der derzeit Spitzenkandidat der ÖVP im Wahlkampf ist.