Germany

‘Inflationsausgleichsgesetz’: Steuerpläne von Lindner finden ‘Wirtschaftlich’

Deutschland „Inflationsausgleichsgesetz“

Ein „Budget“-Fund, Lindners Steuerpläne sind nicht mehr zeitgemäß

Ab: 2:16 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Finanzminister Lindner will Entlastungen für die Steuerzahler

Finanzminister Christian Lindner stellte seine Steuerpläne zum Inflationsausgleich vor. Damit sollen 48 Millionen Steuerzahler in Deutschland entlastet werden. Doch die Kritik an dem Projekt ließ nicht lange auf sich warten.

Mit seinen Plänen für Steuererleichterungen im Kampf gegen das Fortschreiten von Erkältungskrankheiten hat Christian Lindner nicht nur die Grünen gegen sich. Auch die „Weisen“ sind dagegen. Auf der anderen Seite kommt Unterstützung von Wirtschaftsvertretern.

Die Pläne von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) zur Entlastung der Steuerzahler seien nicht zeitgemäß, findet Veronika Grimm. „Eine Reform, bei der Menschen mit höheren Einkommen nominell mehr verdienen, kommt zur falschen Zeit“, sagte Grimm der „Rheinischen Post“ (Donnerstagsausgabe).

Grundsätzlich ist es richtig, die sog kalte Progression und zur Erleichterung des gesellschaftlichen Umfelds angesichts der hohen Inflation. „Andererseits brauchen wir gerade jetzt vor allem Entlastungen für die unteren und mittleren Einkommensbezieher, die die durch den Preisanstieg allein verursachten Härten nicht tragen können“, sagte das Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Sie sollten versuchen, die unteren und mittleren Einkommensgruppen gezielt zu entlasten, bis hin zur Mitte der Gesellschaft. „Die Erleichterungen bei der Gießkanne wie der Tankrabatt oder die Mehrwertsteuersenkung sind nicht konkretisiert“, riet der Erlanger Volkswirt.

auch lesen

Finanzminister Christian Lindner will nach eigener Aussage 48 Millionen Bürgerinnen und Bürger von Steuern entlasten. Insgesamt müssen sie im nächsten Jahr mehr als zehn Milliarden Euro einsparen, wie der FDP-Politiker am Mittwoch in Berlin mitteilte. Neben einer Anpassung des Einkommensteuersatzes werden auch das Kindergeld und das Kindergeld erhöht. Allerdings sorgen Lindners Pläne in der Berliner Ampelkoalition für Kontroversen.

Wirtschaftsvertreter loben Lindners Pläne

Unternehmensvertreter und Arbeitgeber begrüßen die Steuerentlastungspläne von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP). Der geplante Abbau der Kaltfront sei “richtig und notwendig”, sagte der Branchenverband BDI am Mittwoch. Der BDI schloss sich Lindners Argumentation an: Kalte Progression sei eine „heimliche Steuererhöhung“, die „primär die Mitte unserer Gesellschaft, etwa Fachkräfte“ betreffe und vermieden werden solle.

auch lesen

Auch der Arbeitgeberverband IAL lobte die Pläne. „Im Kampf gegen die höchste Inflation seit Jahrzehnten macht netto mehr Sinn“, erklärte BDA-Geschäftsführer Steffen Kampeter. „Entscheidend ist, dass Arbeitnehmer am Ende mehr Geld haben: Arbeit muss sich lohnen, gerade in Zeiten des Arbeitskräftemangels.“ Kampeter forderte SPD und Grüne auf, die Pläne des Finanzministers in der Koalition zu unterstützen.

Angesichts der hohen Inflation versprach Bundesfinanzminister Lindner den Bürgern Entlastungen in Höhe von zehn Milliarden Euro. Kernstück des geplanten Inflationsausgleichsgesetzes, dessen Eckpunkte Lindner am Mittwoch in Berlin vorstellte, ist ein steuerlicher Ausgleich der sogenannten kalten Progression. Mit den Koalitionspartnern SPD und Grüne ist das Projekt noch nicht abgestimmt – es besteht der Wunsch nach einer stärkeren Entlastung sozial Benachteiligter.