Österreich wächst nur durch Zuwanderung, wie der aktuelle Integrationsbericht zeigt. Dies wurde bei einer gemeinsamen Pressekonferenz von Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP), Katarina Pabel, Vorsitzende des Expertenrates für Integration, und Tobias Thomas, Generaldirektor des Statistischen Bundesamtes Österreich, vorgestellt.
„Österreich wächst nur durch Zuwanderung“, sagt Tobias Thomas, Generaldirektor der Statistik Austria, zum aktuellen Integrationsbericht. Seit 2015 ist der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund kontinuierlich von 21,4 % auf 25,4 % gewachsen. Das sind 2,24 Millionen Menschen. Die größte Gruppe sind die Deutschen mit 217.000 Einwohnern, gefolgt von 138.000 Rumänen. Die Zahl der ukrainischen Staatsbürger hat sich aufgrund des aggressiven Krieges Russlands gegen das Land vervierfacht.
Die drittgrößte Bevölkerungsgruppe mit Migrationshintergrund (Stand: 1. Jänner 2022) in Österreich sind Serben (122.000), gefolgt von 118.000 türkischen Staatsbürgern. An fünfter Stelle stehen 97.000 Menschen aus Bosnien und Herzegowina, gefolgt von 95.000 Kroaten und 94.000 Ungarn. Mit einigem Abstand folgten 68.000 syrische und 66.000 polnische Staatsangehörige.
Zunahme der ukrainischen Bürger
Angesichts von mehr als 30.000 Asylanträgen und 80.000 Registrierungen von Vertriebenen aus der Ukraine sprach Integrationsministerin Suzanne Raab (ÖVP) bei der Präsentation am Montagmorgen von einer „großen Herausforderung“. Aber das Angebot in allen Bereichen hat sich ausgeweitet, sodass es fast so viele Sprachkurse gibt wie nie zuvor. Einer der Höhepunkte liegt auch auf dem Arbeitsmarkt, wo vor allem ukrainische Frauen von ihrer Ausbildung hoffnungsvoll sind – laut einer Umfrage haben 72 Prozent einen Hochschulabschluss.
Damit diese Frauen aber auch wirklich arbeiten können, muss es ein ausreichendes Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen geben, wie Katharina Pabel, Vorsitzende des Integrationsbeirats, betont. Dazu bedarf es einer angemessenen Sprachförderung und auch im Ausland erworbene Abschlüsse sollen schneller anerkannt werden.
Zuwanderung ist für Wachstum notwendig
Laut der Bevölkerungsprognose ohne Zuwanderung werde die Einwohnerzahl langfristig wieder auf das Niveau der 1950er Jahre zurückkehren, betont das Österreichische Statistikamt. Und: Je häufiger in Österreich Geborene und Zugewanderte direkten Kontakt haben, desto häufiger berichten sie positiv vom Zusammenleben, betonte der Generaldirektor des Österreichischen Statistikamtes Tobias Thomas in einer Aussendung.
Mittlerweile hat jeder Vierte einen Migrationshintergrund. Besonders stark gewachsen ist seit 2015 die Zahl der Syrer und Afghanen, ebenso die der Rumänen, Bulgaren und Ungarn. Herausforderungen gibt es auf dem Arbeitsmarkt und im Gesundheitsbereich, wo Menschen mit Migrationshintergrund weniger von Vorsorge und Impfungen profitieren.
Auf dem Arbeitsmarkt müssen Syrer aufholen
Nachholbedarf sieht Pabel auch bei jenen Migrantengruppen, die auf dem Arbeitsmarkt unterrepräsentiert sind. Besonders hervorzuheben sind die Syrer, wo zwei Drittel der Frauen und ein Drittel der Männer dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, aber derzeit nicht erwerbstätig sind. Hier sind gezielte Programme gefragt.
Pabel hob auch die Unterschiede beim Zugang zum Gesundheitssektor hervor. Beispielsweise nehmen Migranten Angebote zur Vorsorge, beispielsweise Zahnärzte und Mammographien, tendenziell weniger in Anspruch als die Allgemeinbevölkerung. Die Covid-Impfquote lag bei Österreichern bei 73 Prozent und bei Ausländern nur bei 56 Prozent. Natürlich gibt es deutliche Unterschiede. Iraner waren zu 76 Prozent geimpft, während es bei Russen und Rumänen nur 37 bzw. 38 Prozent waren.
Rumänen sind mittlerweile ein ganz wichtiger Faktor in der österreichischen Gesellschaft. Sie sind nach den Deutschen die zweitgrößte Ausländergruppe, zuletzt gut 140.000 Menschen, vor den Serben. Das ist eine Steigerung von fast 89 Prozent seit 2015, wie Tobias Thomas, Leiter des Österreichischen Statistischen Landesamtes, erläutert. Jetzt liegen die Syrer mit fast 71.000 Menschen auf Platz acht. Da es vor dem Krieg relativ wenige Syrer in Österreich gab, ist der Anstieg seit 2015 mit 507 Prozent besonders hoch. Insgesamt liegt der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Österreich derzeit bei 25,4 Prozent.
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