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Internationale Studie: Invasive Arten kosten Milliarden

Bis: 29.07.2022 16:22

Frösche, Schlangen, Käfer: Bisher haben invasive Arten weltweit fast 16 Milliarden Euro gekostet. Vor allem zwei Täter verursachten den größten Schaden.

Eingeschleppte Amphibien und Reptilien haben in den letzten Jahrzehnten weltweit mindestens 16 Milliarden Euro Schaden angerichtet. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie eines internationalen Forschungsteams. Die Bekämpfung invasiver Arten und der dadurch verursachten Ernteverluste kostete zwischen 1986 und 2020 Milliarden, berichtete das Wissenschaftlerteam in der Fachzeitschrift Scientific Reports.

Die Forscher stellten die Hypothese auf, dass zwei Arten – der nordamerikanische Ochsenfrosch und die braune Baumschlange – die größten Kostentreiber waren. Auf beide Arten ist ein Schaden von fast 16 Milliarden Euro zurückzuführen. „Das sind 96,3 bzw. 99,3 Prozent der Gesamtkosten, die in diesem Zeitraum durch invasive Amphibien und Reptilien verursacht wurden“, erklärt Erstautor Philip Haubrock von der Senckenberg Gesellschaft. Sie schlägt eine deutliche Verstärkung der Maßnahmen gegen den weltweiten Transport vor.

Die Wissenschaftler verwendeten nach eigenen Angaben für ihre Studie Zahlen aus der Datenbank InvaCost, die die Kosten von Arteninvasionen zusammenfasst. Die Daten stammen aus begutachteten Artikeln und Dokumenten von Regierungen, Universitäten und Nichtregierungsorganisationen.

Das biologische Gleichgewicht ist bedroht

Die invasiven, d.h. eingeschleppte Arten können das biologische Gleichgewicht in ihrer neuen Umgebung erheblich stören. Die Baumschlange wurde beispielsweise auf der westpazifischen Insel Guam eingeführt. Dort vermehrte sie sich rasant und vernichtete Vogel- und Kleintierarten. Dies wirkt sich wiederum auf die Pflanzenwelt aus, da Vögel für die Samenverbreitung wichtig sind.

Europa ist der Studie zufolge besonders von den Kosten invasiver Amphibien betroffen. Eine weltweit, aber auch in Deutschland eingeschleppte Amphibienart ist laut NABU der Amerikanische Ochsenfrosch. Der Allesfresser sei “ein Hauptkonkurrent einheimischer Amphibien und anderer Tierarten in allen neuen Verbreitungsgebieten”.