Veröffentlicht7. September 2022, 17:11 Uhr
Kanton Wallis: Serientäter spritzt Kinder im Ferienlager illegal
Ein Lagerleiter und eine Krankenschwester aus Frankreich schlichen sich mit gefälschten Diplomen an Kinder in Chandolin im Wallis heran und injizierten sie. Jetzt ist er verurteilt.
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Die irrende Pflegekraft wurde bereits in Frankreich verurteilt.
20 Minuten/Marco Zanger
Neben Injektionen nahm er den Kindern Blut ab und gab ihnen ohne Zustimmung der Eltern Nahrungsergänzungsmittel, homöopathische Arzneimittel und ätherische Öle.
20 Minuten/Marco Zanger
Mithilfe gefälschter Diplome fand der Betrüger Arbeit als Lagerleiter und Krankenpfleger.
Tamedia
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Ein Mann aus Frankreich hat sich mit gefälschten Diplomen einen Job als Lagerleiter und Krankenpfleger verschafft.
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Der Betrüger gab den Kindern Spritzen und nahm Blutproben – ohne Qualifikation und Zustimmung der Eltern.
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Das Bezirksgericht Sierre verurteilte ihn zu anderthalb Jahren Gefängnis und drei Jahren Landesverweis.
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In Frankreich wurde der Mann bereits viermal wegen ähnlicher Delikte verurteilt.
Der ehemalige Lagerleiter und mutmassliche Hausmeister sitzt seit Mitte August 2021 in Untersuchungshaft. Das Bezirksgericht Sierre hat diese Woche seine Strafe gefällt: Anderthalb Jahre Gefängnis und drei Jahre Landesausweis wegen qualifizierter einfacher Körperverletzung. Fälschung von Dokumenten und Verletzung des Gesundheitsgesetzes. Das berichtet “Le Nouvelliste”.
Dem Bericht zufolge erstatteten einige Eltern Anzeige, als sie nach der Rückkehr ihrer Kinder Einstichstellen an ihren Oberarmen entdeckten. Der Anwalt des Klubs schilderte gegenüber „Le Nouvelliste“ die Umstände des Rekrutierungsprozesses. Der Betrüger war nicht als Lagerleiter oder Krankenpfleger qualifiziert.
Er legte jedoch gefälschte französische Diplome vor, die schwer zu überprüfen waren. Trotz des zehnseitigen Fragebogens und des Videointerviews vor dem Termin sind dem Verband keine Auffälligkeiten aufgefallen.
Eine narzisstische Persönlichkeit
Es stellte sich jedoch heraus, dass der Mann den Kindern neben Injektionen auch Blut abnahm und ihnen ohne Zustimmung der Eltern Nahrungsergänzungsmittel, homöopathische Arzneimittel und ätherische Öle verabreichte. Laut „Le Nouvelliste“ ist der Mann enttäuscht, dass er seine Ausbildung zum Krankenpfleger nie abschließen konnte. Die Anwendung von Nadeln bei Kindern ist ein starker Antrieb in ihm, der von seinem Wunsch herrührt, anderen zu helfen.
Psychiatrische Untersuchungen ergaben, dass der Mann eine Persönlichkeitsstörung mit “narzisstischen, unreifen und perversen Zügen” hatte. In Frankreich wurde er bereits viermal wegen ähnlicher Verbrechen verurteilt. Es ist ihm untersagt, mit Minderjährigen zu arbeiten. Bevor der Betrüger in die Schweiz kam, verschaffte er sich mit gefälschten Diplomen und Strafregistern Zugang zu einer Arbeit in Frankreich.
Der Mann wurde 2006 zum ersten Mal und 2008 zum zweiten Mal in Frankreich verurteilt. 2017 wurde er zu zwei Jahren Haft verurteilt. 2019 wurde er erneut zu zwei Jahren Haft verurteilt. Diesmal mit dem Verbot, künftig nie wieder mit Minderjährigen in Kontakt zu treten. Der Schweizer Klub, der den Mann engagierte, wusste nichts davon. Im Sommer 2021 führte der Sträfling wöchentlich Ferienlager mit 30 Kindern durch.
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