EMA-Entscheidung für Deutschland
Lauterbach bezeichnet neue Corona-Impfstoffe als „Quantensprung“
Bis: 16:25 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Auf Twitter sorgt diese Behauptung von Karl Lauterbach für Diskussionen
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat auf einer Pressekonferenz die für den Herbst geplanten strengeren Corona-Regeln verteidigt. Eine Aussage Lauterbachs zu Geimpften und Ungeimpften sorgt nun für heftige Diskussionen.
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„Jetzt ist der beste Zeitpunkt, um die Impflücken für den Herbst zu schließen“, sagt Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zu den beiden am Donnerstag von der EMA zugelassenen neuen Corona-Impfstoffen. Das Ministerium rechnet in den nächsten zwei Wochen mit etwa 14 Millionen Dosen der beiden Präparate.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach begrüßte das grüne Licht der Europäischen Arzneimittelagentur für zwei neue Corona-Impfstoffe als „qualitativen Sprung im Kampf gegen die Pandemie“. „Jetzt können Impfstoffe eingesetzt werden, die sehr gut gegen alle bisher bekannten Varianten des Virus wirken“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag. Die Impfung mit den neuen Impfstoffen kann nächste Woche beginnen. “Jetzt ist der beste Zeitpunkt, um die Impflücken für den Herbst zu schließen.”
Ein Expertengremium der European Medicines Agency (EMA) hatte zuvor den Weg für zwei Impfstoffe der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna frei gemacht, die an die BA.1-Variante von omicron angepasst wurden und als Booster dienen sollen. Das teilten die Behörden am Donnerstag mit. Die Europäische Kommission muss noch formell über die Zulassung entscheiden.
Das Bundesgesundheitsministerium rechnet in den nächsten zwei Wochen mit etwa 14 Millionen Dosen der beiden Präparate. Nach Angaben der National Association of Medicare Physicians können Arztpraxen den neuen Impfstoff bis kommenden Dienstag anfordern. Dann kommen wahrscheinlich am Donnerstag oder Freitag die ersten Dosen. Die reguläre Lieferung ist für den 12. September geplant.
Lauterbach erklärte, dass es mit den beiden angepassten Präparaten zusätzliche Gründe für Impfungen gegen Corona gebe. „Es gibt Schutz vor schwerer Krankheit und Tod, das ist das Wichtigste“, sagte er in der ARD. „Aber wir akzeptieren jetzt wieder, dass es einen Infektionsschutz gibt, zumindest für einen gewissen Zeitraum.“ Auch dazu kündigte der Minister eine Informationskampagne an.
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Lauterbach-Reaktionen
Vor Bekanntgabe der Entscheidung der EMA riet Lauterbach, bei der Impfung gegen das Virus auf neue Impfstoffe zu warten. „Jetzt macht es wirklich Sinn, noch ein paar Tage zu warten, bis der neue Impfstoff verfügbar ist“, sagte Lauterbach am Donnerstag im „Morgenmagazin“ der ARD.
Beide neuen Impfstoffe, angepasst an die Omicron-Variante, bieten „sehr guten Schutz“ gegen alte und neue Varianten des Virus. Sie enthielten Teile des alten Impfstoffs plus Teile, die gegen die Omicron-Varianten schützten.
Lauterbach verhandelt mit Stiko
Dass alte Impfstoffe nun auslaufen, bezeichnete Lauterbach als “Luxusproblem”. Die Impfung kann jedem angeboten werden, der dies wünscht. „Zunächst einmal bin ich dankbar, dass dieser große wissenschaftliche Sprung nach vorne gelungen ist“, sagte Lauterbach. Die neuen Impfstoffe bieten Schutz gegen alle bekannten Varianten und schützen wahrscheinlich auch vor einer Infektion.
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Langzeitfolgen von Corona
Nach eigenen Angaben diskutierte Lauterbach mit der Ständigen Impfkommission (Stiko). Eine Woche nach der Zulassung des neuen Impfstoffs wird der Ausschuss eine Empfehlung abgeben.
Lauterbachs Plänen zufolge sollen die neuen Impfstoffe nach der Zulassung nächste Woche ausgeliefert werden. Auch wenn die neuen Impfstoffe auf die BA.1-Variante zugeschnitten seien, seien sie auch gegen andere omicron-Varianten wirksam, erklärte Lauterbach Anfang dieser Woche in einem Schreiben an Dienstleister der Impfkampagne.
Ein weiterer neuer Impfstoff, der an die Varianten Omicron BA.4 und BA.5 angepasst ist, „wird nur wenige Wochen später verfügbar sein“, fügte der Brief hinzu.
“FFP2-Maskenpflicht – Deutschland allein auf der Welt”
Karl Lauterbach bereitet die Deutschen auf einen “schwierigen Kronenherbst” vor. Im Gesundheitsausschuss des Bundestages diskutieren Experten über neue Maßnahmen. „Es gibt Punkte, die wissenschaftlich nicht nachvollziehbar sind“, sagt der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit.
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