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Klimakrise: Halb Europa von Dürre bedroht

Stand: 23.08.2022 08:13 Uhr

Laut einer EU-Studie leidet derzeit fast die Hälfte des europäischen Territoriums unter Dürre. Die Folgen sind Ernteausfälle und Probleme bei der Energieerzeugung. China kämpft mit ähnlichen Problemen.

Laut einem Expertenbericht ist fast die Hälfte Europas von Dürre bedroht. Dies geht aus einem aktuellen Bericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Dürre, einer Einrichtung der Europäischen Kommission, hervor. Sie warnt für 47 Prozent der europäischen Fläche vor Dürre, in 17 Prozent der Fläche ist die Lage bereits alarmierend. Und die Situation hat sich seit Anfang August verschlechtert.

Zu viel Hitze, zu wenig Regen

Grund ist der anhaltende Niederschlagsmangel in Verbindung mit der Hitzeserie seit Mai. Die Dürre hatte schwerwiegende negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Ernte, wobei Mais, Sojabohnen und Sonnenblumen am stärksten betroffen waren. Niedrige Flusspegel wirken sich auch auf den Energiesektor aus, z. B. auf die Stromerzeugung aus Wasserkraft und die Kühlsysteme von Kraftwerken. Die jüngsten Regenfälle haben an der Gesamtsituation nicht viel geändert.

Fast überall zu trocken

Insbesondere in Italien, Spanien, Portugal, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Rumänien, Ungarn, Nordserbien, der Ukraine, Moldawien, Irland und dem Vereinigten Königreich hat das Dürrerisiko zugenommen. Die Bedingungen haben sich am stärksten in Regionen verschlechtert, die bereits im Frühjahr 2022 von der Dürre betroffen waren, wie Norditalien, Südostfrankreich und einige Gebiete in Ungarn und Rumänien. Vor allem im westlichen Europa-Mittelmeer-Raum dürfte der November wärmer und trockener als sonst ausfallen.

Dürre auch in China

Einige Teile Chinas sind auch zu trocken. Große Teile des Landes erleben laut Regierungsberichten derzeit den heißesten und trockensten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1961. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua sind derzeit 14 Regionen und Provinzen von „mäßiger bis schwerer“ Dürre betroffen.

Niedrige Wasserstände in Flüssen wie dem Jangtse beeinträchtigen die Stromerzeugung und damit die Wirtschaft. Unternehmen in der Provinz Sichuan wurden gebeten, ihren Strom zu verteilen. Und in der südwestchinesischen Metropole Chongqing reduzieren Einkaufszentren ihre Öffnungszeiten, um den Energieverbrauch von Klimaanlagen zu senken.