Germany

Klimaschutz: „Das werden wir auch zum Gesetz machen“

Der Umweltminister ist sich mit dem Koalitionspartner nicht einig. Auch die Umweltorganisation Fridays For Future Austria nimmt die ÖVP ins Visier.

Umweltministerin Leonor Gevesler (Grüne) drängt auf ein neues Klimaschutzgesetz. Klimaschutz ist eine Priorität in der Regierung und natürlich ein Klimaschutzgesetz. Wir arbeiten hart daran. Jedes einzelne Klimaschutzgesetz war harte Arbeit, auch in dieser Regierung. Und wir werden auch dieses eine Gesetz machen”, betonte sie am Dienstag im Ö1 „Morgejournal“. Die Einigung mit der ÖVP war bislang wegen der Haftungsfrage nicht erfolgreich.

ÖVP-Klimasprecher Johannes Schmuckenschlager sagte gestern, dass die Rahmenbedingungen auch durch andere Einzelgesetze verändert werden könnten und das Klimaschutzgesetz nur „allgemein Nebengeräusche, aber nicht das Wichtigste“ sei. „Es heißt nicht ‚entweder-oder‘, sondern ‚und‘, das weiß auch der Koalitionspartner“, konterte Gevesler. „Wir arbeiten daran und ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen werden.

Die Grünen wollen Klimaziele in der Verfassung verankern – mit Strafen für Bund und Länder bei Fehlverhalten. Schmuckenschlager wies dies zuletzt mit Blick auf die Bedürfnisse der Wirtschaft zurück.

FFF fordert Ende der „Blockadehaltung“

Die Umweltorganisation Fridays For Future Austria hat die ÖVP am Dienstag aufgefordert, ihre „Blockade“ gegen ein neues Klimaschutzgesetz fallen zu lassen. „Klimaschutz ohne Verpflichtung scheint in der ÖVP oberste Priorität zu haben“, kommentieren sie die Äußerungen von Schmuckenschlager. Auch die ÖVP scheint die Klimakrise falsch zu verstehen.

Letztlich wirkt sich das auch auf die Wirtschaft aus, etwa wenn das Stromnetz durch Stürme ausfällt, Flüsse nicht mehr schiffbar sind und die Nahrungsmittelversorgung durch Dürre bedroht ist. Doch auch die Grünen ziehen Klimaaktivisten in die Verantwortung: “600 Tage ohne wirksames Klimaschutzgesetz, obwohl es im Regierungsabkommen steht, ist auch eine Anklage gegen sie.”

Entscheidend für die Umweltorganisation wäre, dass das 2040-Ziel der Klimaneutralität Verfassungsrang im Gesetz erhält und vorab festgelegte Sofortmaßnahmen in Kraft treten, wenn Klimaziele absehbar verfehlt werden.

>>> Gewessler im Ö1 “Morgejournal”

(APA)