Zeitleiste
Am Freitag wurde in Klingenbach ein Gedenkstein für Hannah Sturm enthüllt. Eigentlich sollte der Stein im vergangenen Jahr zum 130. Geburtstag des Widerstandskämpfers aufgestellt werden. Die CoV-Pandemie hat dies verhindert. Der Festakt in Klingenbach wurde am Freitag nachgeholt.
28.05.2022 16.18
Online seit gestern, 16:18
„Wir mussten schreien, damit die ganze Welt es hören konnte“, wurde Hannah Storm zitiert. Ein Gedenkstein vor dem Gemeindeamt in Klingenbach (Eisenstadt-Umgebung) erinnert nun an den burgenländischen Widerstandskämpfer. Der Burgenland-Kroate wurde in Klingenbach geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Sie erhob ihre Stimme und kämpfte gegen den Nazi-Terror.
Mahnmal gegen das Vergessen
Sturm wurde 1938 verhaftet, überlebte mehrere Jahre in nationalsozialistischen Konzentrationslagern und war Kronzeuge in mehreren Nachkriegsverbrecherprozessen. Die Gemeinde Klingenbach und die SPÖ Frauen im Burgenland haben dieses Engagement bereits anerkannt. Das seien Frauen, die unter ungünstigsten Bedingungen und Umständen – die man sich nicht vorstellen könne – ihr Leben riskierten, um Menschen, die sich gegen Unrecht wehren – wie Hannah Sturm – ein besseres Leben zu ermöglichen, sagte Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf (SPÖ).
Wenn das Leben von Hannah Sturm als Buch verfilmt worden wäre, hätte er nicht geglaubt, was sie erlebt und durchgemacht hat, sagte Richard Frank, Bürgermeister von Klingenbach (SPÖ) – deshalb wurde beschlossen, ein Denkmal zu errichten – auch gegen das Vergessen.
Eine Fotoserie mit 7 Fotos
Überlebende der Konzentrationslager
Bemerkenswert ist, dass Sturm seit 1938, also seit der Machtübernahme, im Gefängnis sitzt und mit ihren Fähigkeiten und Sprachkenntnissen überlebt – und auch anderen geholfen hat, so das Lob von Marco Laubner, der die Dissertation verfasst hat für Hannah Sturm. Margaret Shoredits aus Wien sagte, Sturm habe mit ihren Kindern kaum über ihre Lebensgeschichte gesprochen und die schwierigen Zeiten mit keinem Wort erwähnt, sondern nur darauf hingewiesen, wie gut es jetzt für alle sei.
Sturms Begleiterin war Kate Sasso aus Nebersdorf. Die beiden Burgenländerinnen treffen sich in einem Konzentrationslager in Deutschland. „Ich habe sie gefunden, ich habe es geschafft, sie zu treffen. Dann wurden wir nicht nur zwei kroatische Freundinnen, sondern wir waren auch wie Schwestern“, sagte Widerstandskämpferin und Zeitzeugin Kete Sasso. Hannah Sturm wurde 93 Jahre alt. Sie starb 1984 in Zagreb, ihr Grab befindet sich in Neufeld an der Laita (Kreis Eisenstadt und Umgebung).
Add Comment