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Kopfverletzungen können zu schwerwiegenden Komplikationen führen

Laut einer großen Langzeitstudie kann ein Schädel-Hirn-Trauma das Risiko erhöhen, in den kommenden Jahren an verschiedenen schweren Erkrankungen zu erkranken. Das Risiko für Bluthochdruck und Diabetes ist doppelt so hoch, das Demenzrisiko sogar viermal so hoch. Auch das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, sei deutlich gestiegen, sagten Bostoner Forscher bei den Jama Network Open. Patienten mit mittelschwerem bis schwerem Schädel-Hirn-Trauma hatten in den nächsten zehn Jahren ebenfalls ein erhöhtes Risiko für einen vorzeitigen Tod.

Für die Studie untersuchten sie Patienten ab 18 Jahren mit leichten, mittelschweren oder schweren Kopfverletzungen und beobachteten sie zehn Jahre lang. Zum Vergleich wurden Personen herangezogen, die kein Schädel-Hirn-Trauma haben und nach Alter, Geschlecht und anderen Gesundheitsmerkmalen Patienten entsprechen. Insgesamt nahmen 4.351 Personen an der Studie teil.

Die Gründe für die beobachteten Zusammenhänge sind Wissenschaftlern zufolge sehr komplex: Möglicherweise spielen veränderte Verhaltensgewohnheiten eine Rolle, etwa weniger Bewegung, ungesunde Ernährung, Schlafstörungen, regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln oder erhöhter Alkoholkonsum. Auch Einflüsse von entzündlichen und immunologischen Prozessen auf die veränderte Darmflora sind möglich, beispielsweise nach einem Krankenhausaufenthalt oder durch Medikamente.

Die Studie gebe ernstzunehmende Signale, so Prof. Dr. Peter Berlitt, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. „Menschen mit Schädel-Hirn-Trauma müssen sich dieser Risiken bewusst sein und konsequent einen gesunden Lebensstil verfolgen, um ihr persönliches Risiko für Diabetes, Bluthochdruck und Schlaganfall zu reduzieren. Außerdem sollten sie alle zwei Jahre von ihrem Hausarzt untersucht werden, um Krankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes frühzeitig zu erkennen und zu behandeln“, sagt Berlit.