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Kretschmann will in Brüssel für die Schweiz eintreten

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (73) will in Brüssel persönlich eine Kampagne für die Schweiz führen. Der Angriff Russlands auf die Ukraine wird Folgen für die Beziehungen der Schweiz zur EU haben.

In einem Interview mit der Tageszeitung Tamedia sagte Kretschman, er sei überzeugt, dass der Krieg in der Ukraine zu einer Solidarität zwischen den europäischen Ländern führen werde. In Großbritannien ist dies bereits zu beobachten.

Die EU und die Schweiz werden alle wichtigen Werte teilen

Mit dem Krieg haben sich die Prioritäten verschoben. Es ist wichtig, in den Beziehungen der Schweiz zur EU einen Schlussstrich unter bisherige Positionen zu ziehen und neu anzufangen. Mit der Politik der Konfrontation hat sich das Umfeld verändert – über den Krieg hinaus.

Die EU teilt mit der Schweiz alle wichtigen Werte: Demokratie, Selbstbestimmung, Achtung der Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und eine soziale Marktwirtschaft. Dies gilt für

e besonders für die gemeinsame Grenze und für die Traditionen.

Neuanfänge sind schwierig

Die EU sieht auch, dass sich die Welt verändert hat. Jetzt müssen beide Seiten einander näher kommen. Die Verhängung von Sanktionen durch die Schweiz sei ein gutes und richtiges Signal an die EU, sagte Kretschmann.

Vor knapp einem Jahr hat die Schweiz die Verhandlungen mit der EU über ein Rahmenabkommen ausgesetzt. Seitdem versucht die Eidgenossenschaft mit Staatssekretärin Livia Leu, 61, an der Spitze, einen Neuanfang, der bisher eher schleppend vorangeht. (SDA)