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Kritik an der Schiedsinstanz: Der Magistrat reagiert

Politik

Nach der Kritik des Rechnungshofs an Ungereimtheiten in der Wohnrechts-Schlichtungsstelle der Stadt Salzburg reagierte der Magistrat: Ein Beamter, der auch Vorsitzender einer Wohnungseigentümergemeinschaft war, legte sein Amt nieder. Halbzeitexperte kann er aber bleiben.

27.08.2022 16:35

Online ab heute, 16:35 Uhr

Grobe Ungereimtheiten in der Wohnungsschlichtungsstelle der Stadt Salzburg hatten im Juli Kritik des Bundesrechnungshofs ausgelöst. Zum einen muss dort einer der Mitarbeiter Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern schlichten. Gleichzeitig ist er auch Präsident einer Wohnungseigentümergemeinschaft und nebenberuflich als Immobiliensachverständiger tätig.

Die Personalabteilung der Stadt Salzburg wusste davon – und genehmigte diese Aktivitäten trotz offensichtlicher Unvereinbarkeit sogar offiziell. Der Bundesrechnungshof kritisierte dies scharf – und wies sogar auf einen Fall hin, in dem diese Unvereinbarkeit zu einem Rechtskonflikt führte.

Experte nur außerhalb der Stadtgrenzen

Die Stadtverwaltung Salzburg hat nun in einer Stellungnahme darauf hingewiesen, dass die Beschwerde längst beseitigt sei – auch wenn die Ermittlungen des Rechnungshofs noch andauern.

Die Anwälte des Magistrats bieten jedoch nur eine halbherzige Lösung an: Der zuständige Beamte solle seine Funktionen in der Eigentümergemeinschaft niederlegen. Als Sachverständiger kann er aber weiterarbeiten – allerdings, wie ein Sprecher des Magistrats betont, nur außerhalb der Stadtgrenzen. Die kommunale Schlichtungsstelle ist ohnehin nur für innerstädtische Streitigkeiten zuständig. Der Richter stellt fest, dass es keine Befangenheit mehr geben kann.