Headliner Nico Santos startete mit seinem Hit „Play with Fire“. Natürlich durften die feurigen Effekte, die bei fast allen Interpreten beliebt sind, nicht fehlen. „Like I Love You“ folgte – ohne Flammen, aber mit klatschendem Publikum im Takt. Äußerst wohlmeinend komplettierte Melissa Naschenweng die Schlager-Bühne. Egal, ob Sie sich an „Traktorfoahr’n mit zwölf Joahr“, wie Ihr Song „Blödsinn im Kopf“ sagt, erinnerten oder nicht – die Schlagersängerin, die dieses Jahr mit dem Amadeus Award ausgezeichnet wurde, brachte Jung und Alt zum Hüpfen.
Mit einem freundlichen „You look so beautiful“ begrüßte Matea seine Fans auf der größten Bühne. Die erfahrene Sängerin im BH mit schwarzem Herz wärmte sie mit Songs wie „2x“, „I just want to tell you“ und „Chaos“ – für letzteres brachte sie einen Fächer mit – sowie mit den oft eingesetzten Flammen. Und auch das Mundart-Duo Edmund zündete es, ihr Publikum fand die Gruppe „leiwand“ laut Titel ihres Liedes. Melancholisch-romantische Sachen wie “Prinzessin” mischen sich mit lebensbejahenden Sachen wie “Freindschoft”. Die Gesichter der Sänger auf den Videoleinwänden neben der Bühne zeigten, wie erschöpft sie waren. Allerdings blieb die Hälfte von ihnen lange Zeit hinter Werbebannern verborgen, was die offizielle Seite mit den windigen Verhältnissen begründete. Headliner Nico Santos war besser zu sehen, wenn die Bildschirme hochgefahren waren.
Sängerin Verena Wagner startete auf der Mittelbühne und reichte ihr Mikrofon schließlich an Tina Naderer weiter. Naderer zeigte sich auf der Bühne, gespielt von Ö3, von seiner ruhigen Seite, animierte sein Publikum aber auch zum Mitsingen, besonders mit dem Lied „Bleibst du bei mir“. Sie stand vor der Donauinselfest-Bühne und dachte: „Da will ich auch bleiben“, sagt die Musikerin. Ray Dalton malte ein anderes Bild von sich, das ebenfalls mit Flammen begann. Die energiegeladene Amerikanerin aus den USA lockte das Publikum wohl nicht mit extra Wärme, sondern eher mit Hits wie „Can’t Hold Us“ oder „Rehab“ von Amy Winehouse. “Ich verbringe die Zeit meines Lebens”, verkündete Dalton.
Der Arbeiter-Samariter-Bund, der die medizinische Versorgung übernahm, teilte der APA mit, dass ein Mann reanimiert und ins Krankenhaus gebracht werden musste. Das würde man auf der Straße finden, sagte Betriebsleiter Erwin Scheidel. Ob die Wiederbelebung erfolgreich war, ist nicht bekannt.
Die turbulenten Feierlichkeiten standen auch im Zeichen des Gedenkens an den Krieg in der Ukraine: Kurz vor 22 Uhr wurde vor jeder Bühne ein Lichtermeer aufgestellt, um den Frieden zu signalisieren. Und auch sonst stand das kriegszerrüttete Land im Fokus: Die ukrainische Popgruppe Latexfauna spielte heute, aber auch in den nächsten zwei Tagen, auf der Peace Stage.
Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) freute sich, dass die Menschen in zwei Jahren wieder die „großen Kulturveranstaltungen kostenlos“ besuchen könnten. Bei einem Rundgang über die „Insel der Arbeitswelt“ checkte er in einem dafür vorgesehenen Container seinen Gesundheitszustand und begegnete andernorts Amphibien und Reptilien.
Ludwig und SPÖ-Staatssekretärin Barbara Novak zeigten sich trotz aktuell steigender Kronenzahlen vom Gesundheitskonzept des Donauinselfestes überzeugt. Novak betonte, dass man sich auf der Insel frei bewegen und den Menschenmassen aus dem Weg gehen könne. Je später es geschah, desto mehr tauchten sie auf und eroberten schließlich Bühnen, Straßen und Toiletten. Masken sucht man vergeblich – Ludwig rät, sie drinnen zu tragen. Die Besucherzahlen sollen erst nach Ende des Festivals bekannt gegeben werden.
(SERVICE – )
Add Comment