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Laut einem Schreiben der SPÖ hat die Bekämpfung des Schmuggels für Karner Priorität

Insgesamt nahmen 870 Personen an der gemeinsamen vorrangigen Aktion teil, 350 von der österreichischen Polizei, 70 von der ungarischen und 450 vom österreichischen Bundesheer, die auf drei Kontrollebenen stattfand: von ungarischer Seite, direkt an der Grenze und mit Patrouillen in Österreich. Zum Einsatz kamen unter anderem Drohnen und das Wärmebildgerät „Huzar“. Derzeit sind die meisten Flüchtlinge in den Landkreisen Neusiedl am See, Oberpuhlendorf und neuerdings auch im Landkreis Güssing inhaftiert.

Wir berichteten: 7 Schmuggler wurden festgenommen

Die Zahl der Asylanträge und der illegal Überquerten sei “dramatisch” und das Burgenland habe die meisten inhaftierten Flüchtlinge, sagte der Minister. “Vorrangige Aktionen wie diese sind extrem wichtig, der Kampf gegen den Menschenschmuggel steht ganz oben”, sagte Carner, der andeutete, dass noch viel mehr nötig wäre. Experten würden sagen, dass bis zu 80 Prozent der Inhaftierten durch Schmuggel nach Europa kommen.

Laut Karner gibt es Maßnahmen auf mehreren Ebenen, etwa die Schwerpunktaktionen an der österreichischen Grenze oder auf europäischer Ebene das Innenministertreffen kommende Woche, bei dem er das Thema in den Fokus rücken will. Der Minister drängte auch auf den Schutz der Außengrenzen, schnelle Asylverfahren und Verfahren in Drittstaaten außerhalb der EU – wie es der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) forderte.

Eine weitere Maßnahme ist die Zusammenarbeit mit der Polizei an der serbisch-ungarischen Grenze. Österreich wird bis Mitte Juli 50 Mitarbeiter dorthin entsenden. „Wenn wir einen robusten Außengrenzschutz haben wollen, müssen wir auch etwas tun“, sagte Carner.

Laut Tatzgern, Leiter der Zentralstelle Menschenschmuggel beim Bundeskriminalamt, verstecken sich Flüchtlinge in Bosnien-Herzegowina in LKW-Tanks und zuletzt kam es an der serbisch-ungarischen Grenze zu einem bewaffneten Konflikt zwischen Menschenhändlergruppen. „Der Migrationsdruck ist sehr hoch und Schmuggler versuchen, das auszunutzen. Aktuell nimmt der Migrationsdruck – anders als 2015 – stetig zu. Ein weiterer Unterschied zu diesem Jahr besteht darin, dass die einzelnen Länder des Westbalkans bereits jetzt alles tun, um die illegale Migration zu bekämpfen. Informationskampagnen des Innenministeriums im Ausland, die verhindern sollen, dass Menschen mit Schleusern ausreisen, würden “auffallen”, sagt Tatzgern. Gleichzeitig werden Schmuggler aber Fake News verbreiten und auf TikTok für sich werben – ebenfalls bewaffnet, um so zu tun, als seien sie beschützt.

Der burgenländische Landespolizeidirektor Martin Huber berichtete, dass in den ersten sechs Monaten des Jahres 126 Menschenschmuggler festgenommen wurden. Während vor einem Jahr monatlich etwa 300 bis 400 Flüchtlinge inhaftiert wurden, so Huber, seien es heute 200 pro Tag. Er verwies auch auf Maßnahmen wie Grenzüberwachung, gemeinsame vorrangige Aktionen und neue Technologien zur Kriminalpolizei.