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Lauterbach und Vertragsärzte sind sich einig – Ziviltest-Streit beendet! – Politik

Einigung nach fünftägigem zivilrechtlichen Prüfungsstreit!

Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) werden nun die zivilrechtlichen Tests veranlassen und die Gebühren der Testzentren übernehmen. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium am Montagabend mit.

Die KVen kündigte am vergangenen Donnerstag an, die Erhebung der Tests zu boykottieren – sie sehen sich nicht in der Lage, die Rechte der Testwilligen (z. B. Besuch von Risikogruppen, Indoor-Veranstaltungen) zu prüfen und so Missbrauch zu verhindern.

Hintergrund: Bürgertests sind seit vergangenem Donnerstag nur noch für bestimmte Risikogruppen und Anlässe kostenlos. In vielen anderen Fällen wird ein Aufpreis von drei Euro fällig. Die Corona-Testverordnung definiert, wem was zusteht.

Nun versicherte Lauterbach den Ärzten der Gruppe: Es ist nicht nötig!

Die Bundesregierung übernimmt die Verantwortung und muss überprüfen, ob die Angaben, dass die Testteilnehmer ihre Werbegeschenke erhalten haben oder 3 Euro bezahlen mussten, richtig waren. Nach der Abrechnung müssen die Daten von Bundesbeamten auf Plausibilität geprüft und bei Auffälligkeiten an die zuständigen Ordnungsbehörden in den Kommunen zur Zahlungsaufforderung weitergeleitet werden.

„Bürgertestbetrug soll sich nicht mehr lohnen“, betonte Lauterbach. Der Minister ist von dem Modell überzeugt, sagt er: „Wir verbinden unbürokratische Verwaltung mit effektiver Kontrolle. Zertifizierungsstellen überprüfen weiterhin die Abrechnung. Auffälligkeiten in den Testergebnissen werden jedoch nachträglich ausgewertet.’

Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, ist zufrieden – die Voraussetzung der Haftungsfreiheit ist eins zu eins erfüllt.

Gassen: „Es ist jetzt klargestellt, dass KVs die neuen Zulassungsvoraussetzungen für zivilrechtliche Prüfungen nicht prüfen müssen. Entscheidend ist, dass die KV – solange die zivilrechtlichen Prüfungen aufrechterhalten werden – für Betrugsfälle, die auf falschen oder verfälschten Angaben dieser Prüf- oder Prüfstellen beruhen, weder verantwortlich ist, noch danach dafür verantwortlich gemacht wird.”

Schon am Sonntagabend hatte Lauterbach im ARD-Talk „Anne Will“ gesagt, dass der KV die Tests weiterhin kostenpflichtig machen werde – etwas verfrüht, aber mit positivem Ausgang für die Ministerin. Denn: Das klärende Kompromissgespräch zwischen Lauterbach und Gassen fand erst am Montag statt, die Einigung kam erst am frühen Abend zustande…

Laut Experten wurden bisher 1 – 1,5 Milliarden Euro von Testbetrügern gestohlen. Ob Lauterbachs anschließende Plausibilitätsprüfung Täter effektiv abschreckt, soll die Praxis zeigen.