Germany

League of Nations gegen Italien: Pilot Kimmich rettet ein defektes DFB-Team

League of Nations gegen Italien Pilot Kimmich rettet defektes DFB-Team

4. Juni 2022, 22:37 Uhr

Die Nations League beginnt für die deutsche Fußballnationalmannschaft mit einem Spiel gegen Italien. Der Europameister, der die WM verpassen wird, ging in Führung, doch dann war Joshua Kimmic sofort zur Stelle. Unter Trainer Hansi Flick ist die Mannschaft noch unbesiegt – aber es gibt noch viel zu tun.

Der noch ungeschlagene Hansi Flick gab mit dem Trainer von Europameister Roberto Mancini, Thomas Müller und Co. einen Fünfer ab. erhielt kurzen Applaus von den deutschen Fans. Die Fußball-Nationalmannschaft hat ihren ersten League-of-Nations-Härtetest gegen Europameister Italien nicht verloren – doch Flicks DFB-Spieler offenbarten beim 1:1 (0:0)-Sieg im nassen Bologna Schwächen in allen Mannschaftsteilen.

Joshua Kimmic (73. Minute) verhinderte zumindest die erste Niederlage unter Flick am Samstagabend kurz nach Italiens Führung durch Lorenzo Pellegrini (70.). Allerdings sorgte das zweite Unentschieden in Folge nicht für beste WM-Stimmung. „Ob fair oder nicht, es hat uns nicht gereicht, wir wollten heute gewinnen“, sagte Torschütze Kimmic gegenüber RTL. “Wir haben es versäumt, unser Spiel auf den Platz zu bringen.”

Viele Ungenauigkeiten und zu wenig Tempo machten dem Bundestrainer beim Start in den anspruchsvollen Länderspielblock sichtlich Sorgen. Am Dienstag geht es in München gegen den aufgewiegelten Vizemeister England weiter.

Die Squadra Azzurra, die sich nicht für die Endrunde in Katar qualifizierte und sich nach dem EM-Triumph 2021 deutlich veränderte, bereitete dem deutschen Team vor 23.754 Zuschauern deutlich mehr Probleme, als Flick lieb ist. Nach der DFB-Auswahl gegen die Briten, die am Samstag mit 0:1 gegen Ungarn verloren haben, und dem Spiel in Budapest (11. Juni), treffen die beiden Mannschaften am 14. Juni in Mönchengladbach zur Revanche aufeinander.

Der Knall übertönt die Pfeifen

Schon vor Beginn des Renato-Dal’Ara-Stadions war die Rivalität bei der 36. Auflage des Länderspielklassikers zwischen den beiden vierfachen Weltmeistern zu spüren. Wenn einige Zuschauer während der deutschen Nationalhymne pfeifen und pfeifen, übertönen italienische Spieler, die meisten Fans sowie italienische Journalisten die Unruhen mit lautem Applaus.

Das deutsche Team zeigte sich von den Hintergründen zunächst unbeeindruckt und präsentierte in der Anfangsphase ein modifiziertes taktisches System. „Unterschreibt von Anfang an“, hatte Flick sein Team kurz vor dem Spiel aufgefordert. Und beleidigend suchte das DFB-Team mit einer Dreierkette weiter nach Leroy Sane, den Flick knapp eine Stunde nach einer enttäuschenden Vorstellung vom Platz nahm, und Serge Gnabri draußen. Mit einem guten Solo auf der rechten Seite sorgte Gnabri erstmals für echte Gefahr, doch Torhüter Gianluigi Donaruma von Paris Saint-Germain parierte souverän (15.).

Der ehemalige Bayern-Flick-Trainer setzte mit sieben Profis aus München auf einen starken, eingespielten Block des deutschen Rekordmeisters. Den Italienern hingegen gelang es fast ein Jahr nach dem Gewinn der Europameisterschaft noch, die Katastrophe zu sehen. Die Squadra Azzurra bemühte sich, ihre Struktur zu finden. Einzig Donaruma stand aus der ersten Elf des Endspiels der EM gegen England auf dem Feld – Flick bezeichnete das italienische Team angesichts der Startelf zudem als “unbekannt”. Im Vergleich zum 0:3 im Finale gegen den Südamerikameister Argentinien drei Tage zuvor veränderte der Trainer von Europameister Roberto Mancini zudem zehn Positionen.

Donaruma behindert den schmeichelhaften deutschen Erfolg

Beide Teams hatten Probleme mit dem Feld, das vor dem Start stark verwässert war. Immer wieder rutschten die Spieler ab, das Spiel flachte nach munterem Beginn ab. Von Tifos ermutigt, gewannen die Italiener jedoch immer mehr an Selbstvertrauen. Aus über 20 Metern traf Sassuolo-Stürmer Gianluca Scamaca nur den Außenpfosten (35.), was die Fans der Gastgeber dazu veranlasste, noch lauter „Italien“ zu rufen.

Flick stand mit den Händen in den Hüften zur Seite, der Nationalmannschaft gefiel der Spielverlauf nicht. Nach einem starken deutschen Angriff von Strafraum zu Strafraum war der Abschluss erneut zu ungenau, Gnabri traf den Ball weit darüber aus zwölf Metern (37.).

Kurz nach der Pause fehlte es der deutschen Innenverteidigung mit Antonio Rüdiger und Niklas Züle an Koordination: Scamaka kam komplett frei vor Manuel Neuer mit dem Kopf an den Ball, traf den Ball aber nicht richtig (47.). Die italienischen Fans feierten dennoch mit La Ola, da ihre Mannschaft das Spiel bereits dominierte. Der Versuch von Matteo Politano über rechts (56.) ging am langen Pfosten vorbei.

20 Minuten vor Schluss war Kapitän Neuer geschlagen. Nach Flanke von Wilfried Nyonto musste Lorenzo Pellegrini nur noch ins Zentrum setzen. Doch die DFB-Elf reagierte sofort: Reservist Jonas Hoffman mittig auf der rechten Seite, die Italiener beklagten sich vergeblich über Handspiel des unglücklichen Timo Werner, Kimmich behielt den Überblick und zog hart ab. Am Ende erzielte der Bayern-Mittelfeldspieler noch den Siegtreffer, doch Donaruma verhinderte einen sehr schmeichelhaften deutschen Erfolg (79.).

Quelle: ntv.de, Jan Mies, Klaus Bergmann, Johannes Neudecker und Florian Lütticke, dpa