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Leichtathletik-EM: Constanze Klosterhalfen holt Gold über 5000 m dank sensationeller Leistung

Unter tosendem Jubel der Zuschauer im Münchner Olympiastadion breitete Constanze Klosterhalfen die Arme aus, als sie die Ziellinie überquerte. Dann schnappte sie sich eine Deutschlandfahne und rannte geradeaus – auf ihren Ehrenschoß. Der 25-Jährige wurde als erster Deutscher Europameister über 5000 m. „Ich habe noch nie einen Titel gewonnen, ich hätte vorher nicht einmal damit gerechnet, dass ich eine Medaille gewinne. Ich bin unglaublich glücklich”, sagte sie in der ARD.

Fast wäre es nicht dazu gekommen. „Wir haben ernsthaft überlegt, überhaupt zu laufen“, sagte Klosterhalfen, der über 10.000 m Vierter wurde und das Podest um Längen verpasste, erschöpft. Umso erschütterter war sie nach dem Coup aus der Halbdistanz. “Das war das Letzte, was ich erwartet hatte. Es ist wunderbar, ich bin sprachlos. Ich kann es nicht glauben.”

In einem spannenden Rennen auf einer regennassen Strecke setzte sich Yasemin Can aus der Türkei sechs Runden vor Schluss zunächst leicht ab. Doch Klosterhalfen ließ sich nicht entscheidend aus der Ruhe bringen – im Gegenteil: 650 Meter vor dem Finale überholte sie die Europameisterin auf 10.000 Meter und baute, angeführt von den Zuschauern, ihren Vorsprung weiter aus. „Ich bin nicht alleine gelaufen, es war unglaublich. Es ist unbeschreiblich“, sagte sie.

EM

Klosterhalfen verpasst das Podest nur knapp: Der Deutsche ist EM-Vierter

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Nach einer starken Leistung gewann Klosterhalfen (Leverkusen) in 14:50,47 vor dem Türken Kahn (14:56,91) und dem Briten Eilish McColgan (1:59,34), der über 10.000 m Zweiter wurde, die Goldmedaille für den neuen Besten Erfolg in Europa über 5000 m war auch der erste für einen deutschen Läufer auf dieser Distanz.

Bei der WM schied Klosterhalfen in Führung liegend aus

Oberhalb von 10.000 Metern sah es danach aus, als hätte Klosterhalfen in der vergangenen Woche zu viel Energie gelassen. Ende Juni hatte sie sich mit dem Coronavirus infiziert – bei der WM in Eugene war sie bereits im Vorlauf über 5000 m erschöpft.

Allerdings glaubt die deutsche Rekordhalterin, einen Aufschwung im Training gespürt zu haben. Tatsächlich hat sich die Form wieder gesteigert, beim Diamond League Meeting in Hozów vor einer Woche überzeugte sie über 3000m und gewann Selbstvertrauen für die Münchner. Für die 10.000 m reichte dies jedoch nicht.

„Insgesamt bin ich in einer besseren Situation als vor der WM, wo ich eine weitere Trainingspause einlegen musste“, zeigte sich Klosterhalfen vor der EM zuversichtlich: „Es wird schwierig und fordernd. Aber ich hoffe, vielleicht mit einem Lächeln zu gehen.”

Das Grinsen wird jetzt sehr breit sein – Klosterhalfen war noch etwas mulmig: „Ich habe ein bisschen Angst, weil ich mit meinen Emotionen überhaupt nicht umgehen kann. Das ist so nett.”

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