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Linzer Klangwolke als Meer aus Farben und Musik

Am Samstagabend tauchte Regisseur Pierre Audi die Donau in ein Meer aus Farben, Licht und Musik, um der ältesten Geschichte der Menschheit für die diesjährige Klangwolke in Linz neues Leben einzuhauchen. Das 5.000 Jahre alte Gilgamesch-Epos wird von „Mutter Gilgamesch“ erzählt. Sunnyi Melles tauchte voll und ganz in diese Rolle ein. Laut Brucknerhaus applaudierten 80.000 Besucher des Donauparks ihnen und der Inszenierung.

In diesem Jahr wurde die Standardausstattung für Besucher, Klappstühle und Decken um einen Schirm und eine Regenhülle erweitert. Am Nachmittag regnete es noch in Linz, aber am Abend blieb es trocken. Um 20:30 Uhr erhob sich am Brucknerhaus eine Formation aus Lichtdrohnen über der Donau, um das fast einstündige Spektakel zu eröffnen. Nach dem Prolog zeigen sechs Szenen aus „Towerboat“, „Templeboat“ und „Forrestboat“, wie der allmächtige Tyrann Gilgamesh zu Enkidus liebendem Freund wird. Gemeinsam zerstören sie den Zedernwald und damit die Natur. Zur Strafe nehmen die Götter Gilgameschs Freund mit, der daraufhin Unsterblichkeit anstrebt, um Enkidu wiederzusehen.

Inszeniert wurde die Geschichte mit eindrucksvollen Showelementen, wie dem wilden Kampf zweier Stuntmen auf Flyboards. Oder die Schiffe erschienen in leuchtenden, manchmal bedrohlichen Farben, um die Stimmung der Geschichte zu visualisieren. Verstärkt wurde der Eindruck durch den Sound von Stefan Gregory, der eine musikalische Collage aus eigenen Kompositionen, aus Jazz und Werken von Prokofjew, Sibelius und Anton Bruckner schuf. Die feinen Stimmen des Boys’ Choir of 40 Florian waren begeistert.

Und vor allem hielt Meles wie eine Mutter schützend ihre Hand, als ihr Gesicht groß auf dem Videoturm des Tempelboots auftauchte und sie am Ufer der Donau sprach. Die Texte für ihre eigens dafür geschaffene Rolle wurden von Dramatiker Klaus Bertisch mit dem Ziel geschrieben, „das älteste erhaltene Epos schnell und modern zum Leben zu erwecken“. Das ist dem Audi-Chef am Samstagabend auf spektakuläre Weise gelungen.