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Macht: Habeck präsentiert heute Stresstest-Ergebnisse

Stand: 09.05.2022 14:07 Uhr

Der zweite Stresstest soll prüfen, ob das Netzteil auch unter erschwerten Bedingungen funktioniert. Wirtschaftsminister Habek stellt heute die Ergebnisse vor. Von ihnen hängt auch ab, ob mehrere Atomkraftwerke mehr arbeiten.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck stellte am Abend die Ergebnisse des zweiten Stresstests für den Strommarkt vor. An der Pressekonferenz um 18:00 Uhr nehmen auch Vertreter der Übertragungsnetzbetreiber teil.

Ziel des Stresstests war es, die Auswirkungen der angespannten Lage auf den Energiemärkten auf die Versorgungssicherheit mit Strom zu untersuchen. Der erste Stresstest von März bis Mai zeigte, dass die Versorgung gesichert ist. Für den zweiten Stresstest wurden die Bedingungen nochmals verschärft.

Dazu gehören beispielsweise noch höhere Preisannahmen als im ersten Stresstest, ein noch schwererer Ausfall der Gaslieferungen und ein größerer Ausfall französischer Atomkraftwerke. Auch die Situation in Bayern wurde in die Betrachtung einbezogen. Dort verlief der Ausbau der Windkraft schleppend, ebenso der Netzausbau.

Entscheidungsgründe für den Weiterbetrieb des Kernkraftwerks

Angesichts der Ergebnisse muss auch über die mögliche Weiterführung des Betriebs der letzten drei Kernkraftwerke in Deutschland nach Jahresende entschieden werden.

Der Test geht nach Angaben der Agentur Reuters von einem Weiterbetrieb der Reaktoren Isar 2 und Neckarwestheim 2 in zwei der drei getesteten Szenarien aus. Das dritte verbleibende Kernkraftwerk Emsland in Niedersachsen wird im Winter jedoch nicht benötigt.

Beim Atomausstieg wurde eigentlich vereinbart, dass Isar 2, Neckarwestheim 2 und Emsland als letzte Reaktoren zum 31. Dezember abgeschaltet werden. Doch im Zuge des Krieges Russlands gegen die Ukraine und der anschließenden Energiekrise wurden Rufe nach einer Verlängerung der Lebensdauer lauter.

Gewerkschaft und FDP pochen auf die Fortsetzung der Aktion. Der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Christian Dürr, will eine schnelle Entscheidung. Dies würde unter anderem die Preise auf dem Energiemarkt entlasten. Bundeskanzler Olaf Scholz sagte, eine Fortsetzung des Einsatzes könne „sinnvoll“ sein.

Die Grünen wollen “in Ruhe” beraten.

Die Grünen im Bundestag haben angekündigt, die Ergebnisse des Stresstests ausführlich diskutieren zu wollen. Sie regt an, „dass wir in den nächsten Tagen auch Gelegenheit haben werden, darüber zu diskutieren“, sagt Fraktionschefin Britta Hasselmann. „Uns als Gruppe ist klar, dass wir bei der Vorstellung des Stresstests natürlich in Ruhe diskutieren und daraus ableiten werden, welche Schritte nötig sind.“

Die Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang sagte zuvor zur Streckoperation: “Wir haben sie nie ganz ausgeschlossen, aber wir haben immer geschaut, was im Moment Sinn macht.” Im sogenannten verlängerten Betrieb laufen Kernkraftwerke noch mehrere Wochen oder Monate nach Jahresende ohne den Einsatz neuer Brennstäbe weiter.

Mertz benötigt neue Brennstäbe

CDU-Chef Friedrich Merz pocht auf neue Brennstäbe für die drei Kernkraftwerke. „Nach meiner Einschätzung werden wir die drei verbleibenden Atomkraftwerke noch drei, vier, fünf Jahre in Betrieb halten müssen, um hierzulande eine ausreichende Stromversorgung zu haben“, sagte Mertz im Sommerinterview mit der ARD.

Vor dem zweiten Stresstest machte Habek deutlich, dass die Reaktoren gegen die Gasknappheit kaum etwas ausrichten könnten. Doch ohne Ideologie wird er den Test nutzen, um zu sehen, ob sie helfen können, die Macht im Winter in Süddeutschland zu sichern.

Mit Informationen von Claudia Plas, ARD-Hauptstadtstudio