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“Man braucht keine Eskalation nach dem Stuttgart 21-Modell” – Vorarlberg –

07.04.2022 19:55 (akt. 07.04.2022 19:55)

©ÖBB/Paulitsch/CanvaPro

Am Montag wurde die ÖBB-Optionsstudie für die Schieneninfrastruktur im Niederrheintal den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden vorgestellt. LR Daniel Zadra betont: „Es ist noch keine Entscheidung gefallen.“

Die Zwischenergebnisse der Optionsstudie „Bahn-Zielnetz 2040 Unteres Rheintal“, verfasst vom renommierten Baudienstleister Werner Consult, wurden den Bürgermeistern der Gemeinden Bregenz, Wolfurt, Lauterach, Hard, Lustenau, Lochau und Hörbranz als Verkehr vorgestellt Sprecher der Fraktionen am Montag.

„Entlastung der Bevölkerung“

„Wir haben ein gemeinsames Ziel“, betont Daniel Zadra, Mobilitätsberater der Provinz. „Wir wollen die Mobilität umkehren, und dafür brauchen wir eine leistungsfähige Schieneninfrastruktur. Die heutige Veranstaltung diente der Information und Vorbereitung weiterer gemeinsamer Aktionen. Alle Bemühungen dienen der Linderung der lärm- und stressgeplagten Bevölkerung im gesamten Rheintal und natürlich dem Klimaschutz.

Drei Optionen wurden untersucht

Die ÖBB-Infrastruktur AG und das Land Vorarlberg beauftragten Werner Consult mit der Analyse der weiteren Entwicklung der Schieneninfrastruktur im Niederrheintal. Für die zweigleisige Verlängerung von Lochau bis Bregenz Hafen, die dreigleisige Verlängerung von Bregenz bis Lauterach Nord und Wolfurt sowie die zweigleisige Verlängerung von Lustenau bis Hard-Fußach wurde die bauliche Machbarkeit verschiedener Varianten untersucht. Bisher wurden drei Varianten der Streckenführung betrachtet, nämlich die tiefliegende Variante (d.h. unterirdische Trasse), im Abschnitt von Lochau bis Wolfurt mit unterirdischen Verkehrsstationen, die hybride Variante mit abschnittsweisem Vortrieb und die höher gelegene Variante, die abbricht den Bau von Tunneln.

Geringste Auswirkung

Im Zwischenergebnis zeigt die höherwertige Variante die geringsten Auswirkungen auf Anwohner, Natur und Grundwasser während der Bauphase. Anpassungen an bestehender Infrastruktur für Bau und Betrieb sowie Flächenverbrauch sind bei den Ausbaumaßnahmen dieser Option mit Abstand am geringsten. Zudem können nur mit der übergeordneten Option mehrjährige Streckensperrungen vermieden werden, auch im Hinblick auf internationale Bahnverbindungen, wie in einer ÖBB-Mitteilung angegeben.

“Keine Entscheidung im Voraus getroffen”

„Die Zwischenergebnisse der Optionsstudie liefern viele neue Erkenntnisse und bieten eine angemessene Grundlage für weitere Diskussionen. Vorab ist noch keine Entscheidung gefallen, aber jetzt geht es darum, mit allen Partnern weiter an einer möglichst gemeinsamen Lösung zu arbeiten“, erklärt Landesrätin Zadra. „Eine offene, breite Diskussion ist mir sehr wichtig. Das Letzte, was wir am Niederrhein brauchen, sind Eskalationen nach dem Stuttgart21-Modell.

Gesamtösterreichischer Prozess

Der Dialog- und Diskussionsprozess soll nach dem 4. Juli fortgeführt werden, wobei die Ergebnisse der Optionsstudie bis Ende 2022 österreichweit in den Prozess „Zielnetz Schiene 2040“ einfließen. Dort bis Ende 2023 das BMK wird anhand einer österreichweiten Bestandsaufnahme bewerten und priorisieren, welche Ausbaumodule und Investitionen im österreichischen Schienennetz bis 2040 umgesetzt werden sollen.