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Mikroplastik: Chemiker im Donaukanal – wien.ORF.at

„Wasser ist das wertvollste Geschenk der Natur“, war die Botschaft von Fat, der für die Clean Danube-Kampagne am 19. April stromabwärts reist. Letzten Montag war er zu Gast in Linz, jetzt bekräftigte er in Wien, dass er unglaubliche 4,2 Tonnen Mikroplastik hat, die jeden Tag entlang der 2.850 Kilometer langen Donau ins Schwarze Meer fließen.

Doch die Reise zu den Meeren und Ozeanen ist nicht das Ende der Reise, denn dort landen die Partikel in Fischen und Krebsen und von dort zurück zum Erzeuger, dem Menschen: so der Uni-Chemieprofessor.

APA / GEORG HOCHMUTH Fath macht auf die Gefahren von Mikroplastik aufmerksam

“Es betrifft uns auf der ganzen Welt.”

Das Essen von Plastikpartikeln ist jedoch nur ein Problem, wie Fat anhand eines mit Stiften besetzten Tennisballs erklärt. Nadeln stehen stellvertretend für Schadstoffe, Hormone oder Medikamente, die sich an die Partikel binden und sie dann in einen „Trojaner“ verwandeln, erklärte der Schwarzwälder.

Laut Umweltminister Gevesler symbolisiert die Donau das Problem „Mikroplastik“, „aber es betrifft uns in ganz Europa, auf der ganzen Welt“, so dass der Aktionsplan der österreichischen Bundesregierung nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auf der ganzen Welt ausgerichtet ist EU ein globales Plastikabkommen, unter dem die Umweltversammlung der Vereinten Nationen (UNEA) Anfang März erste konkrete Gespräche in Nairobi aufgenommen hat.

APA / GEORG HOCHMUTH Ministerin Leonore Gevesler stellt Aktionsplan gegen Mikroplastik vor

31 Millionen Euro für Forschungsprojekte in diesem Jahr

Für Österreich hat sich eine wesentliche Änderung in der Klärschlammbewirtschaftung ergeben. Da Mikroplastik auch im Klärschlamm zu finden ist, soll es in Zukunft nicht mehr in der Natur vorkommen. Auch die Umstellung auf Mehrwegflaschen und Einweg-Entsorgung auf Plastikflaschen gehört zu den Gegenmaßnahmen, und auf EU-Ebene will man mit der europäischen Chemikalienverordnung dafür sorgen, dass Mikroplastik nicht in Wasch- und Reinigungsmitteln, Düngemitteln oder Kosmetika enthalten ist.

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Allein in diesem Jahr stünden 31 Millionen Euro für Forschungsprojekte von Unternehmen zur Verfügung, wenn sie Alternativen aus biologischen Materialien anstelle von Plastik verwenden, so Gevesler weiter. Generell bedürfe es eines „besseren Verständnisses, wo die Vermeidungshebel anzusetzen sind“. So unterstützt das Klimaministerium beispielsweise das Projekt „microplastic@food“, das den Nachweis von Mikroplastik in Lebensmitteln zum Ziel hat.

Allianz „Microplastic Free“ will Teil der Lösung sein

Auch das neue Bündnis ohne Mikroplastik will Teil der Lösung sein, Wissenschaft, NGOs, Wirtschaft und Industrie wollen „Konzepte für eine Zukunft ohne Mikroplastik entwickeln“. „Bewusstseinsbildung steht an erster Stelle“, sagte Bündnispräsident Hubert Seiringer vom Österreichischen Kompost- und Biogasverband, „denn es macht nichts, wenn ich die unterschiedlichen Wege von Mikroplastik vernachlässige.“

Allerdings muss auch bewusst ein Masterplan entwickelt werden, wie beispielsweise der Einsatz von Plastik im Vorfeld verhindert werden kann. Kunststoffe haben im wahrsten Sinne des Wortes die Welt erobert: „Heute gibt es keinen Kubikmeter Land oder Liter Wasser, der garantiert kein Mikroplastik enthält“, sagt Seiringer.