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Millionen für den Seniorenbund ÖVP für skandalösen Widerstand

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch fühlte sich am Donnerstag in einer Sendung „durcheinander“ und berief sich dabei auf einen Senatsbeschluss der Unabhängigkeitspartei (UPTS) zur Transparenz. Die UPTS hatte bereits 2018 entschieden, dass parteirechtlich nicht zwischen dem „Verein der Älteren“ und der Unterorganisation der ÖVP „Verein der Älteren“ unterschieden werden solle, da „beide Organisationen eine Einheit bilden im Hinblick auf die Inhaltlich”. Neben der “vollständigen Aufklärung dieses Förderskandals” forderte er ÖVP-Präsident Nehamer auf, “den vollen Betrag von 1.915.194,14 € zu zahlen”.

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) hat bereits angekündigt, alle Erstattungsansprüche zu prüfen – außerhalb des Falls, wie auf Anfrage der APA zugesichert wurde. Der Test läuft seit einer Woche und soll laut Kogler natürlich schnellstmöglich abgeschlossen werden. Die Umsetzungszeit hängt auch davon ab, wie schnell die geprüften Organisationen die angeforderten Dokumente und Informationen bereitstellen. Darüber hinaus sollte eine umfassende und sorgfältige rechtliche Beurteilung Grundlage für die Entscheidung über mögliche Ansprüche sein.

„Unverschämt“ findet NEOS auch das Argument, der Verein OÖ Seniorenbund sei nicht identisch mit dem ÖVP-Seniorenbund, wie der Vizepräsident des Vereins, Niki Scherak, betonte, „unverschämt“. Er kündigte eine weitere parlamentarische Anfrage an, um herauszufinden, ob in den anderen acht Staaten etwas Ähnliches passiert sei. Offenbar war es in Tirol. Wie in anderen Ländern habe der Tiroler Seniorenbund seine Aktivitäten an einen von der Partei “getrennten” Verein ausgelagert, erklärte der Landesvorsitzende des Seniorenbundes und ÖVP-LAbg. Patricia Soller-Frischauf gegenüber der „Tiroler Tageszeitung“. Lediglich der Klub erhielt Fördergelder von Covid – exakt 184.764,49 Euro.

Zoller-Frischauf begründet den Antrag beim NGO-Fonds mit dem Ausfall sonstiger Einnahmen durch die Pandemie und die Blockade. Zudem verweist Soller-Frischauf ebenso wie sein Kollege aus Oberösterreich auf ein Schreiben des Generalsekretariats des Sozialministeriums vom Juli 2020, wonach das Ministerium den Seniorenrat (in dem der Bund der Senioren e vertreten ist, Anm. ) berichtet über die fehlenden Einnahmen während der Corona-Krise, um den NGO-Fonds aufzuweichen. Laut TT hat der Seniorenbund in mehreren Bundesländern Fördermittel beantragt.

Der Seniorenbund Oberösterreich bekräftigte am Donnerstag seine Position. Der von der SPÖ zitierte UPTS-Beschluss aus dem Jahr 2018 sei „ein Einzelfallbeschluss in einer besonderen Situation der Gemeinde Volkersdorf (NÖ) und nicht für Oberösterreich anwendbar“, sagte Landesgeschäftsführer Franz Ebner in einer Aussendung. In Oberösterreich waren die im Vereinsregister eingetragenen 427 Ortsgruppen des Seniorenbundes in Gemeinden tätig, die es in dieser Form in Niederösterreich nicht gab.

Das sieht auch die Bundes-ÖVP so. Nach dem UPTS-Urteil hat das Bundesverwaltungsgericht die Sache komplett neu aufgerollt und im Ergebnis die Existenz zweier getrennter Organisationen anerkannt. Lediglich in einem konkreten, lokalen Einzelfall wurde festgestellt, dass die Nutzung der von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Flächen auch für die Unterorganisation von Vorteil ist, wodurch der Seniorenverband die Folgen umgehend verkraftet. „Im konkreten Fall des Seniorenbundes Oberösterreich sind auf Ortsgruppenebene ausschließlich gemeinnützige Vereine tätig, die eine Förderung aus dem NGO-Fonds beantragt haben“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme der ÖVP.

Auch die FPÖ meldete sich zu Wort. „Entweder ist die ÖVP so kaputt, dass sie auf jede erdenkliche Weise Geld auftreiben muss, oder sie bekommt einfach nicht genug davon. Diese Partei und ihre Anhänger kratzen bereits am Absatz über die Mafia und müssen entsprechend ermittelt werden, da wird eine Untersuchungskommission nicht mehr ausreichen“, sagte Generalsekretär Michael Schnedlitz in einer Aussendung.

Allerdings gibt es auch Anklagen gegen die FPÖ durch den Jugendverband NEOS JUNOS. In Oberösterreich nutzten auch die Junge ÖVP und der Ring der Freiheit Jugend (RFJ) den NGO-Förderfonds, sagte Bundespräsidentin Anna Sturgh in einer Aussendung. Sie forderte die Herausgabe von Informationen von Jugendorganisationen in allen Bundesländern. Laut dem Chef von JUNOS sind Sie in Bezug auf die Finanzen völlig transparent.