Anfang dieser Woche wurde bekannt, dass eine Erzieherin vor 13 Monaten ein Kind in einem städtischen Kindergarten vergewaltigt hatte, nun gibt es zwei weitere mögliche Fälle. Nach Bekanntwerden wurde eine Staatsanwaltschaft bestellt und der Mann überstellt. Die Eltern der anderen Kinder erhielten jedoch keine Informationen, dies geschah erst kürzlich.
Dies führte auch zu scharfer Kritik an der Magistratsabteilung 10 (OO 10), die für Kindergärten zuständig ist. Zum einen geht es darum, dass die Eltern so viele Monate später über den Missbrauchsverdacht informiert wurden, zum anderen fühlen sich die Eltern offenbar mit der Situation allein gelassen.
Massenkritik von Eltern
„Zunächst wird Hilfe für die Kinder benötigt, aber nichts passiert“, sagte eine Mutter, die anonym bleiben wollte und deren Kind zeitweise von der mutmaßlichen Erzieherin betreut worden sein soll, berichtete die Presse. (Donnerstag). MA 10 ist nicht erreichbar und wenn ja, dann wird nur auf gemeinsame Rufnummern umgestellt. Niemand kontaktierte sie aktiv. “Wir haben nur ein Flugblatt eines auf sexuelle Gewalt spezialisierten Vereins bekommen, in dem steht, wie wir jetzt mit unseren Kindern umgehen sollen”, sagte sie der Presse empört.
Die Leiterin der MA 10, Daniela Kohlar, hat in den vergangenen Tagen Vertuschungsvorwürfe zurückgewiesen. Laut Medienberichten sagte sie, es werde von Fall zu Fall entschieden, wie Informationen bereitgestellt würden. Im Gespräch mit der APA betonte Kohlar, dass man alles tue, um Licht ins Dunkel zu bringen: „Wir nehmen das sehr ernst.“ Für heute, Donnerstagabend, wird ein Elternabend für die Familien aus dem betroffenen Gebiet organisiert. Auf Wunsch der Eltern soll dies unter Ausschluss des (Medien-)Publikums erfolgen.
Inzwischen ist auch der Rechtsanwalt Johannes Bugler hinzugekommen. Er vertritt fünf Elternpaare, deren Kinder in der jeweiligen Einrichtung betreut werden. Nach Angaben der Eltern würden die Kinder Symptome einer möglichen Gewalt zeigen. Ob sein Mandat die drei Verdächtigen und bisher bekannte Fälle umfasst, wisse er noch nicht, wie er der APA sagte, da er die entsprechenden Akten noch nicht einsehen konnte. Er sagte, er werde die Stadt verklagen.
Auch die Österreichischen Kinderschutzzentren und die Arbeitsgemeinschaft zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung (ECPAT Austria) sprachen am Donnerstag. In einer Sendung forderten sie verbindliche Kinderschutzstandards. Solche Konzepte würden beispielsweise die Sicherheit erhöhen, ein klar geregeltes Vorgehen bei Verdachtsfällen ermöglichen und den Mitarbeitern der Organisation Sicherheit in ihrem Handeln geben.
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