Eine Penzinger Kindergärtnerin soll Kleinkinder missbraucht haben. Nun kritisiert eine besorgte Mutter das Gutachten eines Psychologen.
Anfang Juli sei im Beisein von Stadtrat Christoph Wiederker (Neos) der vernichtende Bericht der Kinder- und Jugendstaatsanwaltschaft zu mutmaßlichem Missbrauch am Penzinger Kindergarten in der Stadt vorgelegt worden, berichtete “Hoyte”. Die Leiterin des jeweiligen Kindergartens wurde abgesetzt, der Beschuldigte in den Bürodienst versetzt und die Leiterin der UA 10 (Kindergärten) entlassen.
Laut Prüfbericht berichteten seit 2020 12 (!) Eltern über Auffälligkeiten (Albträume, Bettnässen, Kindergarten- und Toilettenverweigerung) bei ihren Kindern. Doch obwohl die Kindergartenleitung und die MA 10 seit mindestens einem Jahr von den Vorwürfen wussten, die anderen Eltern erfuhren es erst bei einem Elternabend im Mai dieses Jahres – darunter auch Anita T. (Name geändert).
„Mein Sohn hat mir erzählt, dass der Lehrer ihn gekniffen und verletzt hat. Und dass sie es ihren Eltern nicht sagen soll, sonst werden sie sauer” – Anita T.
„Nachdem ich davon erfahren hatte, habe ich natürlich meinen vierjährigen Sohn Luca (Name geändert) gefragt. Zuerst blockierte er es und sagte, er könne sich nicht erinnern. Danach habe ich ihm erklärt, dass ich seine Mutter bin und ihm alles sagen kann und ihm nicht böse bin”, erinnert sich der 33-Jährige.
Der Vierjährige verriet dann: „Er hat mir erzählt, dass der Lehrer ihn gekniffen und verletzt hat. Als ich ihn fragte, wo, zeigte er auf seine Schenkel, seinen Hintern und seinen Penis. Er hat Luca auch gesagt, dass dies eine Bestrafung sein wird, dass er schlecht ist und es seinen Eltern nicht sagen darf, sonst wird er sauer“, zeigte sich Anita T. noch immer sichtlich betroffen.
Vier Jahre spielen laut Expertenmeinung keine Rolle
Die gelernte Friseurin erstattete daraufhin über ihren Anwalt Anzeige und musste bei der Polizei aussagen. Auch die Wiener Staatsanwaltschaft ordnete der Vierjährigen eine Kinderpsychologin zu: „Wir waren Mitte Juli dort. Sie hat sehr lange mit mir gesprochen – bei Luka allerdings nur zehn, vielleicht 15 Minuten – war es.“ zu kurz”, sagt Anita T.
Etwa zwei Wochen später war der Bericht fertig: „Da stand, dass Luca eine starke Vorstellungskraft und Konzentrationsschwäche hatte. Und dass er sich nicht mehr an den genauen Tag und die Uhrzeit der Tat erinnern kann. Laut dem Psychologen sind die Informationen von Luca daher bedeutungslos und können daher nicht vor Gericht verwendet werden“, zeigte sich der 33-Jährige schockiert.
„Wir befürchten, dass die Anklage gegen diesen Mann fallen gelassen wird – nie wieder in die Nähe von Kindern!“ – Anita T
Anita T. erhob gegen die Anzeige Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft, die jedoch abgewiesen wurde: „Wir prüfen jetzt eine private Gegenanzeige aus Deutschland, auch ein Zivilverfahren wäre möglich. Laut meinem Anwalt wäre ein internationales Gutachten sinnvoller. Allerdings kostet es zwischen 2.000 und 4.000 Euro. Aber wir befürchten, dass die Anklage gegen diesen Mann fallen gelassen wird – er sollte nie wieder in der Nähe von Kindern sein!”
Glücklicherweise geht es Luca den Umständen entsprechend gut: „Als er rauskam, war er schon einen Monat zu Hause und brauchte viel Nähe. Dann wollten wir den Kindergarten wechseln. In der MA 10 hieß es, es gebe derzeit keine Plätze, erst seit September. Aber für uns war es zu spät. Wir waren frustriert und mussten alles selbst organisieren. Wir haben einen Platz gesucht und gefunden. Er geht seit Juni in den neuen Kindergarten und es gefällt ihm dort“, sagt Anita T
Bub weigerte sich, in den Kindergarten zu gehen
Bevor die Vorwürfe ans Licht kamen, hatte der 33-Jährige keinen Verdacht: „Rückblickend sehe ich das jetzt natürlich anders. Luca hatte zum Beispiel einmal einen sehr roten Po. Und eine Zeit lang wollte er nicht in den Kindergarten gehen. Er habe damals geschrien und gebrüllt und sich auch geweigert, auf die Toilette zu gehen. Aber der Kindergarten sagte nur: „Das ist nur eine Phase.“ Ab September wird Luca die Ergotherapie absolvieren und auch eine psychologische Betreuung ist angedacht: „Leider ist es nicht so einfach, jemanden mit Kapazitäten zu finden – die sind alle ausgebucht“, erklärt er Anita T. Sie hofft auf eine Anklage.
Auf Nachfrage von „Today“ zum Stand der Ermittlungen teilte die Staatsanwaltschaft mit: „Bislang liegen vier Anzeigen vor. In letzter Zeit sind weitere Vernehmungen eingegangen, die nun geprüft werden. Nach dieser Prüfung wird entschieden, ob.“ und wie viele zusätzliche Berichte eingehen werden.”
Nav-Konto cz Zeit 22.08.2022, 19:57| Akt: 22.08.2022, 19:59 Uhr
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