Germany

Mitreißende Atmosphäre in Bad Ischl

15. August 2022

Lehars „Wiener Frauen“ inspiriert von Bad Ischl © www.fotohofer.at

Als Schöpfer von 38 Bühnenwerken ist Franz Lehar einer der bedeutendsten Erfinder von Melodien höchster Qualität. Wenn es einen Beweis brauchte, wurde er bei der umjubelten Aufführung von „Wiener Frauen“, Lehars erster Operette, bei den gleichnamigen Festspielen in Bad Ischl erbracht.

Ganz am Ende des Nechledil-Marsches nahm die aufgeheizte Atmosphäre im Publikum eine berauschende Qualität an.

Die Bühne des Kongress & TheaterHauses war zweigeteilt: Hinten das Orchester von Franz Lehár, das unter der Leitung von Marius Burkert brillierte, vorne genug Platz für kluge und präzise Aktionen, die im Halbkonzert selten vorkommen Produktionen. Zu verdanken ist dies Angela Schweiger, die ein geniales Talent für den Handlungsfluss auf schwachem Libretto bewies, der ihr ebenbürtigen Choreografin Evamaria Mayer und Simone Weissenbacher (Kostüme). Erstaunlich ist auch der Chor, einstudiert von Christoph Huber mit Clara Vinci (Tiny) und Elisabeth Zeiler (Linnie), zwei äußerst talentierten Chorstimmen.

Die Besetzung stimmte, nur Tenorstar Thomas Blondell hatte anfänglich Schwierigkeiten, seine im zweiten Akt erreichte Höchstform zu erreichen. Sieglinde Feldhofer als Claire-Idealbesetzung, die sie mit idealen Sopranqualitäten ablieferte, Gerd Vogel als Willibald Brandl mit Baritonkraft und Natürlichkeit. und Kammersänger Josef Forstner intonierte den Nechledil-Marsch. Magdalena Halliste, Matthias Schüpli und Susanne Hirschler, die als Frau Schwott im Mittelpunkt stand, rundeten die Aufführungen ab, die allen positiven Elementen des historisch korrekten und doch zeitgemäßen Umgangs mit dem Genie Lehar gerecht werden.

Von Ingo Rickle

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