Von Anne Losensky
Erstochener Flüchtlingsjunge aus dem Montbijupark: Der tödliche Messerangriff auf den 13-jährigen Mohamed „Momo“ A wurde in einem neuen Prozess als Mord gewertet. Das Landgericht Berlin ordnete den Angeklagten Gökhan Ü. (42) am Dienstag lebenslange Haftstrafe.
„Diese Tat lässt sich durch seine narzisstische männliche Aufblähung erklären“, sagt Richterin Ingrid Wagner-Weisel. Als er das hört, flippt der Mörder aus und rennt schreiend aus dem Raum!
Das war passiert
31. Oktober 2020, Halloween. Der Tunnel unter der S-Bahn zwischen Monbijou- und James-Simon-Park an der Spree (Mitte). Um 22:30 Uhr kreuzen sich hier die Straßen von Gökhan Ü. (Türkisch) und Mohammed „Momo“ A. (Syrisch). Hier der Metzger mit dem Messer in der Tasche, 18 Eintragungen im Strafregister. Das ist der Student, der auf sein Handy starrt. Die Freundin des Metzgers muss ihm im Tunnel ausweichen. Der Student bekommt das Fleischermesser ins Herz.
Im ersten Prozess verurteilte das Landgericht: Totschlag, 12 Jahre Haft. Nicht die Berliner Staatsanwaltschaft, sondern die Eltern des toten Jungen sind vor dem Bundesgerichtshof empört! Wer entscheidet: neuer Prozess, neue Richter.
Das hat der Oberste Gerichtshof gesagt
Eine geringfügige Beinahekollision wird als „Respektlosigkeit“ und „widerspenstiges Verhalten“ gewertet. Ein “kraftvoller und zielgerichteter” Stich, “um sich selbst eine Lektion zu erteilen und das Feld siegreich zu verlassen”. Kommentar: „Kleine arabische Hure trifft den falschen Mann, seine Mutter wird weinen.“ Ein alltäglicher Vorfall führte zu einer Explosion von Kindesmissbrauch. Die Tat ist nicht rassistisch. Der Metzger rief auch den BGH an, um das Urteil aufzuheben: Er berief sich auf Notwehr, wollte einen Freispruch – alles wurde abgelehnt.
Nun das neue Urteil: Der Schlächter ist ein Mörder, die Höchststrafe ist lebenslang.
Mohammed „Momo“ A. (†13) Foto: persönlich
Das sagt der Psychoanalytiker
„Er wollte ihm eine Lektion erteilen und als Sieger vom Platz gehen. Seine Freundin musste dem Jungen im Tunnel ausweichen. Er sei wütend darüber, schnappte er. Er fragte: Was willst du? Es gab einen heftigen Streit. Er war verärgert über angeblich respektloses Verhalten. Der Junge gab nicht nach, aber er griff ihn auch nicht an. Dann zog er das Messer heraus.
Fleischer Gökhan Ü. (42) wurde zu 12 Jahren Haft verurteilt. Ihm droht nun eine lebenslange Haft Foto: privat
Der Psycho-Experte sieht hier eine narzisstische, antisoziale Persönlichkeitsstörung: „Er kompensiert das Minderwertigkeitsgefühl durch klischeehaftes männliches Verhalten“, sagt der Richter. „Er will nicht vor einem jüngeren, kleineren Mann zurückweichen, nicht vor seiner Freundin. Er wird mit einem jungen Mann konfrontiert, den er nicht akzeptieren kann. Er zückt das Messer, obwohl er weiß: Es droht kein Anschlag. Es ist ein Akt rein egoistischer Motive, um seine narzisstische männliche Schwellung zu erklären. Er würde es als Versagen auffassen, einen Rückzieher zu machen.
Der Freak
Jetzt hat der Schlächter genug: Er springt in seine Panzerglaszelle, schreit: „Das ist kein Rechtsstaat!“ Der Richter: „Ich bin dran!“ Der Schlächter schreit: „Also ich muss die Klappe halten?! “ Wütend stürmt er aus dem Korridor, geht die Treppe hinunter zu den Gefängniszellen. Er verweigert die Rückkehr.
Der Richter fährt ohne ihn fort: „Tötung wegen harmloser Taten, das sind objektiv niedrige Motive, das ist Mord ohne mildernde Umstände.“ Der Metzger kann Berufung einlegen. Der Oberste Gerichtshof entschied dann erneut …
Mehr über die Menschen vor Gericht
MUHAMMADS VATER VOR DER VERURTEILUNG: „Wir kamen aus einem Land des Krieges, um in Frieden zu leben, damit unsere Kinder eine bessere Zukunft haben können. Er beobachtete ein Kind, das mit seinem Telefon beschäftigt war! Das passiert jeden Tag, aber er lief nicht weiter. Du bist ein Mann ohne Gewissen, du bist herzlos! Wir haben nicht geschlafen, seit sie unser Kind getötet haben. Meine Frau wurde am Herzen operiert. Du hast unser Leben ruiniert. Hier herrscht Rechtsstaatlichkeit, sie urteilen fair.”
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