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Mord an Schülerin: 13- und 14-Jährige schweigen NDR.de – Nachrichten – Niedersachsen

Stand: 23.06.2022 22:19 Uhr

Im Fall des von Salzgitter getöteten 15-Jährigen machten die 13- und 14-jährigen Verdächtigen keine Angaben. Der kleine Junge wird bald in eine Psychiatrie eingeliefert.

Der 14-Jährige sitzt derzeit wegen Mordverdachts im Jugendheim Hameln in Untersuchungshaft. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft, wahrscheinlich mehr. Der 13-Jährige kann nicht vor Gericht gestellt werden, da er noch keine Strafanzeige gestellt hat. Laut dem Leiter des städtischen Jugendamtes, Dirk Herdrich, wird es sich um eine psychiatrische Untersuchung handeln. Bereits am Mittwoch hatte der Jugendhilfedienst beim Familiengericht Salzgitter einen Eilantrag auf Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung für Kinder und Jugendliche gestellt. Eine Entscheidung wird in Kürze erwartet. Laut Staatsanwaltschaft waren beide Jungen vor dem Gewaltverbrechen nicht strafrechtlich entlarvt worden. Zu den Vorwürfen schweigen sie.

Die Handys der Verdächtigen werden ausgewertet

Die Leiche des Studenten wurde in diesem Park gefunden. Passanten legten dort Blumen nieder.

Laut Walters wird die Untersuchung des Verbrechens einige Zeit dauern. Die Ermittler wollen weitere Zeugen aus dem Umfeld des Opfers und der Verdächtigen hören. Sie wollen wissen, was die beiden jungen Leute bisher gemacht haben. Auch die Handys der beiden mutmaßlichen Täter müssen begutachtet werden. Die Leiche des 15-Jährigen fand die Polizei am Dienstag im Gebüsch eines Parks in Salzgitter-Fredenberg. Angehörige berichteten, dass das Mädchen in der Nacht zum Sonntag verschwunden sei.

Todesursache Sauerstoffmangel

Die Autopsieergebnisse zeigten, dass das Mädchen erstickt war, sagte Walters. Als Todesursache gab er Sauerstoffmangel an. Wie es genau zu der Erstickung kam und was am Sonntagabend in Fredenberg geschah, bleibt abzuwarten. Es ist bekannt, dass der Verdächtige und das Opfer aus derselben Nachbarschaft stammen, auf derselben Schule studiert haben und auch Kontakt miteinander hatten. Der 14-Jährige ist laut Wolters Deutscher, der 13-Jährige hat die deutsche und die russische Staatsbürgerschaft.

Staatsanwaltschaft: Die Tat geschah nicht spontan

Zwischen dem Verdächtigen und dem Opfer habe sich laut Staatsanwaltschaft eine “gewisse Feindseligkeit” entwickelt. Über die Motive der Tat ist nicht viel bekannt. Die Staatsanwaltschaft sagte lediglich, es solle sich “im persönlichen Bereich” bewegen und einen Mord aus geringer Motivation unterstellen. Nach ersten Erkenntnissen handelte es sich um eine heimtückische Tat, da das Misstrauen und die Verwundbarkeit des Opfers ausgenutzt wurden. „Es ist nicht spontan passiert“, sagte Rechtsanwalt Walters am Donnerstag. Es gibt keine Hinweise auf ein Sexualdelikt.

Die Polizei warnt vor Online-Hass und Wachsamkeit

Inzwischen wurden Fotos von mutmaßlichen Tätern und Hasskommentare im Internet gepostet. Die Fotos und Videos zeigten unbeteiligte Personen, sagte der Polizeisprecher von Salzgitter, Matthias Pintak, DDR-Niedersachsen. „Manche Leute“ würden voreingenommen sein, „obwohl sie nichts mit der entsetzlichen Tat in Salzgitter zu tun haben“ – und das kann strafbar sein. Er warnte auch vor Wachsamkeit.

Pastoren kümmern sich um die Mitschüler der Toten

Da der Schock unter den Schülern besonders tief sitze, seien speziell ausgebildete Polizisten bereits auf dem Weg zu den Schulen, sagte er. Auch Notpriester sind im Einsatz. Alle seien schockiert und entsetzt über den Tod des Schülers, sagte Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingbiel (CDU) am Mittwoch. „Ich verurteile dieses grausame und kaltblütige Verbrechen auf das Schärfste“, sagte er und drückte der Familie und den Freunden des Opfers sein Beileid aus.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen Aktuell | 23. Juni 2022 | 19:30

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