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Mutmaßliche Spione türkischer Herkunft in Tirol festgenommen

Drei Verdächtige sollen Mitglieder von Gülens Dissidentenbewegung verfolgt haben. Sie wurden wieder freigelassen, ein Antrag auf Untersuchungshaft steht aber noch aus. Das Innenministerium in Wien spricht über die Aktivitäten der Geheimdienste.

Wie bereits bekannt, wurden am 20. Juni im Zuge von Ermittlungen der Direktion für Staatssicherheit und Nachrichtendienste (DSN) und des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) drei mutmaßliche türkische Spione in Tirol festgenommen. . Sie werden verdächtigt, Informationen über in Österreich lebende Türken und österreichische Staatsbürger türkischer Herkunft an den türkischen Geheimdienst Milli Istihbarat Teskilati (MIT) weitergegeben zu haben.

Zwei der drei Verdächtigen seien ins Gefängnis nach Innsbruck verlegt worden, teilte das Innenministerium am Donnerstag mit. An den Festnahmen war auch die Spezialeinheit Cobra beteiligt. Nach Vernehmung und Überprüfung der Haft wurden die Angeklagten freigelassen. Anträge auf Untersuchungshaft seien abgelehnt worden, nun sei aber Berufung eingelegt worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Innsbruck der APA. Eine Entscheidung darüber ist noch nicht gefallen.

Bei der Durchsuchung der Wohnadressen der Angeklagten seien zahlreiche Datenträger, Mobiltelefone und Pistolen beschlagnahmt worden, hieß es in der Mitteilung. Genauer gesagt wird der Sachverhalt des Geheimdienstes zum Nachteil Österreichs untersucht. Die angebliche Vorgehensweise des Angeklagten stehe im Einklang mit “einem bekannten Verfahren, das von ausländischen Mächten angewandt wird, um im Ausland lebende Oppositionsmitglieder und Regierungsgegner zu kontrollieren oder auszuspionieren”, sagte das Ministerium in einer Pressemitteilung.

Oppositionelle Spione

Nach Angaben des Innenministeriums begannen im Februar Ermittlungen gegen die Verdächtigen. Zunächst berichtete der Kurier vergangene Woche über den angeblichen Spionagefall in Westösterreich. Dem Bericht zufolge sollen die drei Verdächtigen, zwei Männer und eine Frau, 800 Mitglieder der sogenannten Gülen-Bewegung verraten haben. die Staatsanwaltschaft lehnte es ab, die Nummer gegenüber der APA zu bestätigen. Außerdem waren die mutmaßlichen Opfer nicht nur Mitglieder der Gülen-Bewegung.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat der Gülen-Bewegung vorgeworfen, für den Putschversuch 2016 verantwortlich zu sein. Der im amerikanischen Exil lebende und nach der Bewegung benannte islamische Geistliche Fethullah Gülen bestreitet dies entschieden.

(APA)